Zu den wichtigsten Informationen, die in einem Mutterpass vermerkt werden gehören beispielsweise die Blutgruppe der werdenden Mutter und die Größe und Lage des Baby’s. Auch die Ergebnisse von Blut- sowie Ultraschalluntersuchungen sind essentielle Informationen. Ebenso werden mögliche Schwangerschaftsrisiken und Allergien vermerkt.

Wozu braucht eine Schwangere einen Mutterpass?

Der Mutterpass sollte zu jeder Untersuchung beim Arzt/bei der Ärztin mitgenommen werden. Nach jedem Besuch bekommt die Schwangere den Mutterpass wieder zurück. Nicht nur während der Schwangerschaft, auch während Folgeschwangerschaften ist der Mutterpass ein wichtiges Dokument für die/den Frauenärztin/Frauenarzt. Er klärt den Arzt/die Ärztin über alles Wichtige, was die Schwangere betrifft auf. Auch Daten über die Entbindung und die Wochenbettzeit werden im Mutterpass festgehalten.

Auch im Falle eines Arztwechsels hat man so alle wichtigen Fakten im Blick.

Sofern während der Schwangerschaft Komplikationen auftreten, erhalten die Notärzte oder die Hebamme dank des Mutterpasses einen schnellen Überblick über die Frau. Ebenso über die Entwicklung ihres Baby’s und den Schwangerschaftsverlauf.

Im Verlauf der Schwangerschaft werden drei Ultraschalluntersuchungen von den Krankenkassen übernommen. ©Gettyimages

Alle Seiten im Mutterpass erklärt

Die Seiten eins bis drei

Seite eins

Seite ein enthält den Stempel mit Adresse und Rufnummer des/der betreuenden Arztes/Ärztin, des Krankenhauses und der betreuenden Hebamme. Auch werden hier die nächsten Untersuchungstermine vermerkt.

Seite zwei

Die Seite zwei informiert über den Namen und Wohnort sowie Kontaktmöglichkeiten der Schwangeren. Zudem werden die Daten für Laboruntersuchungen und den Röteln-Schutz vermerkt.

Zu bestimmende Werte sind die der Blutgruppe, der Antikörper-Suchtest sowie der Röteln-Antikörpertest.

Seite drei

Des Weiteren werden auf Seite drei alle wichtigen Ergebnisse bzgl. Infektionskrankheiten wie beispielsweise Chlamydien festgestellt. Dieser Wert wird mit Hilfe eines Urintest ermittelt. Zudem wird in der 24.-27. Schwangerschaftswoche ein zweiter Bluttest auf irreguläre Antikörper durchgeführt. Zu den anderen Infektionskrankheiten, die während der Schwangerschaft explizit ausgeschlossen werden sollten zählen AIDS und Syphilis (auch L(Lues)SR-Test genannt). Ebenso Hepatitis B, Toxoplasmose sowie eine B-Streptokokken-Infektion.

Seiten vier bis sieben

Seite vier und Seite 4b

Seite vier informiert über die Angaben vorangegangener Schwangerschaften. Hier werden das Jahr, der Ausgang der Geburt, Komplikationen sowie das Kindsgewicht und das Geschlecht vermerkt.

Seite fünf

Bereits bei der ersten Vorsorgeuntersuchung findet eine Anamnese statt. Hierbei befragt der/die Gynäkologe/in die Schwangere u.a. über ihre allgemeine Krankheitsgeschichte. Dazu gehören ebenso die familiäre Situation, Stressfaktoren und Drogenkonsum. Dabei werden gleichzeitig mögliche Risiken abgeklärt, die während der Schwangerschaft auftreten können.

Seite sechs

Aus Seite sechs werden besondere Befunde vermerkt, die im Zusammenhang mit der Schwangerschaft stehen. Zusammen mit den Daten aus der Anamnese von Seite fünf erfolgt hier im möglichen Fall die Einstufung einer Risikoschwangerschaft.

Darunter wird der voraussichtliche Entbindungstermin festgehalten. Dieser wird ausgehend von der Zykluslänge und dem ersten Tag der letzten Periode ermittelt.

Seiten sieben und acht

Die Seiten sieben und acht enthalten das Gravidogramm. In dieser Tabelle trägt der/die Arzt/Ärztin alle Werte aus den Untersuchungen ein, die das Kind betreffen. Nach dem er/sie das Untersuchungsdatum eingetragen hat, folgen die Daten über die Schwangerschaftswoche und den Fundusstand. Ebenso die Werte bezüglich der Kindslage, der Herztöne und der Kindsbewegung. Des Weiteren geht es um Ödeme, das Gewicht  und der so genanntenRR (Blutdruckmessung). Dazu zählen auch  das Hb (Hämoglobin)*, Sediment (ggfl. bakteriologischer Befund aus Urinproben) und die vaginale Untersuchung.

*Während der Schwangerschaft wird regelmäßig der Eisenwert überprüft, um einer Anämie als Folge eines Mangels an dem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) vorzubeugen. Im Falle eines Mangels wird der/die Arzt/Ärztin Eisenpräparate und ggfl. Folsäure und Vitamin B12 verschreiben. Das Hauptsymptom eines Mangels dieser Stoffe ist extreme Müdigkeit.

Seite neun

Bezugnehmend auf die Seiten fünf und sechs werden hier alle Besonderheiten, Therapiemaßnahmen und Ergänzungen vermerkt. Dazu gehören: Operationen an der Gebärmutter, besondere Befunde und Auffälligkeiten im Verlauf der Schwangerschaft etc..

Sofern während der Schwangerschaft ein Krankenhausaufenthalt nötig war, wird dieser hier vermerkt.

Sofern es zu vorzeitigen Wehen kam werden ab Woche 28 die Herztöne des Kindes sowie Aktionen in der Gebärmutter (CTG) ab Woche 28 regelmäßig untersucht und auf Seite neun festgehalten.

Seiten 10 und 11

Für die Schwangere sind drei Basis-Ultraschalluntersuchungen vorgesehen, die von der Krankenkasse übernommen werden.

Das erste Screening erfolgt in den Wochen 9-12, das zweite zwischen der 19.-22. Woche und das letzte Screening ist für die 29.-32. Woche gedacht.

Seite 12

Sofern weitere Ultraschalluntersuchungen nach Sicht des/der Arztes/Ärztin notwendig sind, werden diese hier vermerkt.

Seite 13

Seite dreizehn beinhaltet die Normkurzen für den fetalen Wachstumsverlauf. Es wird gezeigt, ob eine zeitgerechte Entwicklung vorliegt. Die hierfür benötigten Werte nennen sich SSL (Länge des Scheitels bis zum Steiß des Kindes), BPD (Querdurchmesser des kindlichen Kopfes) sowie ATD (Querdurchmesser des kindlichen Bauches). Anhand dieser Bestimmungen kann auch der Geburtstermin korrigiert werden.

Seiten 14, 15 und 16

Auf den letzten Seiten geht es um eine weitere eventuelle Ultaraschalluntersuchung. Die Dopplersonografie wird nur dann durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine mögliche Fehlbildung oder Erkrankung besteht. Hierbei kann die Durchblutung der Gebärmutter sowie die Durchblutung der kindlichen Blutgefäße überprüft werden.

Die Seiten 15 und 16 beurteilen die Schwangerschaft, die Geburt und das Wochenbett. Es werden Daten rund um die Geburt,als auch  Daten aus der Untersuchung nach dem Wochenbett eingetragen.

Welche medizinischen Abkürzungen gibt es und was bedeuten sie?

Immer wieder begegnen werdenden Müttern in ihren Unterlagen oder im Mutterpass Wortabkürzungen, die sie noch nie in ihrem Leben gehört haben. Wir erklären die folgenden:

KU Kopfumpfang
AU Bauchumpfang
FL Länge des Oberschenkelknochens
HL Länge des Oberarmknochens
HB infektiöse Leberentzündung (Hepatitis B)
FS Fruchtsackdurchmesser
SP Spontangeburt
S Schnittgeburt
Vag.Op Zangen- oder Saugglockengeburt
SL Schädellage, der Kopf des Babys schaut nach unten
BEL Beckenendlage
Steißlage QR Querlage, das Kind liegt quer
SSW Schwangerschaftswoche (Beispiel: 15+3 bedeutet, dass die Frau am dritten Tag in Woche 16 schwanger ist)

 

Wofür steht Apgar-Zahl?

Der Apgar-Test prüft alle wichtigen Körperfunktionen des Neugeborenen, direkt nach der Geburt. Die Buchstaben im Wort APGAR stehen für:
A – Atmung
P – Puls
G – Grundtonus (Körperspannung)
A – Aussehen (Hautfarbe)
R – Reflexe

Die Werte 8-10 stehen dafür, dass sich das Baby in einem sehr guten bis gutem gesundheitlichen Zustand befindet.
Die Zahlen 7-5 weisen darauf hin, dass sich das Kind in einem angemessenem Zustand befindet. Gegebenenfalls massiert die Hebamme oder ein Kinderarzt das Baby. Oder das Kind wird kurzzeitig mit etwas Sauerstoff versorgt. Ein Wert von unter 5 bedeutet, dass das Kind in schlechter Verfassung ist und Hilfe benötigt.

Titelbild/Teaserimage: ©Gettyimages

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