
Babyschlaf mit 6 Monaten: Wie viel Schlaf ist normal?
BABY, Wissen
Mit etwa sechs Monaten verändert sich der Schlaf vieler Babys spürbar. Für Eltern ein Rätsel, vor allem, wenn es mit dem Schlafen davor eigentlich schon gut geklappt hat. Jetzt wird der Babyschlaf auf einmal unruhiger, das Kleine wacht nachts wieder öfter auf. Ist das normal? Die kurze Antwort: Ja, in 99 Prozent der Fälle ist unruhiger Babyschlaf mit 6 Monaten völlig normal und altersgerecht.
Wie viel Schlaf braucht ein Baby mit 6 Monaten?
Kaum denkst du, dein Baby hat endlich einen gut etablierten Schlaf-Wach-Rhythmus, werden die Nächte wieder unruhiger. Aber wie lange soll ein Baby mit sechs Monaten eigentlich nachts schlafen? Und ist es normal, wenn es nachts öfter aufwacht? Hier kommen ein paar Richtwerte, bei denen du aber immer bedenken solltest, dass jedes Kind anders ist.
So lange schläft ein Baby mit 6 Monaten:
- 12 bis 15 Stunden pro Tag ist das normale Schlafbedürfnis
- davon schläft das Baby etwa 10-12 Stunden nachts (immer noch mit Unterbrechungen)
- 2-3 kürzere Tagesschläfchen kommen dazu
Jedes Baby hat sein eigenes Schlafbedürfnis, das auch stark variieren kann.

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Babyschlaf mit 6 Monaten: Was ist normal?
Natürlich wünschen sich Eltern, dass das Baby möglichst bald durchschläft. Nachts immer wieder aufgeweckt zu werden, ist anstrengend und das Schlafdefizit ist gerade bei Müttern in der Anfangsphase mit Säugling extrem groß.
Doch es ist völlig normal, dass das Baby nachts oft aufwacht, denn es hat noch kürzere Schlafphasen, ein großes Nähebedürfnis. Das Schlafverhalten von Babys entwickelt sich erst im Lauf der Zeit, genauer gesagt in den ersten 12 Lebensmonaten. Seid also nicht beunruhigt, wenn euer Baby immer noch nicht durchschläft. Schlaf ist kein statischer Zustand sondern ein Reifeprozess.
Warum schlafen viele Babys mit 6 Monaten unruhiger?
Im ersten Lebensjahr durchlaufen Babys viele Entwicklungsstufen. Ihr kleiner Körper wächst, das Gehirn reift – all das beeinflusst auch das Schlafverhalten von Babys. Wenn sich der Babyschlaf plötzlich wieder verändert, hat dies also in den allermeisten Fällen ganz natürliche Gründe.
1. Das Baby hat einen Entwicklungsschub
Wie schon erwähnt, machen Babys im ersten Lebensjahr einen unglaublichen Entwicklungsprozess durch. Dieser erfolgt nicht linear, sondern kommt oft in sogenannten Entwicklungsschüben. In diesen Phasen lernen Babys unglaublich viel, sowohl motorisch als auch geistig. Diese Entwicklungsschübe beeinflussen natürlich auch das Schlafverhalten von den Kleinen. Manche brauchen jetzt mehr Schlaf, andere Babys dagegen reagieren mit Unruhe und können weniger gut ein- oder durchschlafen.
Mehr zu den Entwicklungsschüben bei Babys kannst du auch hier nachlesen.
2. Das Baby hat ein größeres Nähebedürfnis
Mit zunehmender Wahrnehmung wächst auch das Bedürfnis nach Sicherheit und Nähe beim Baby. Auch das ist ein ganz natürlicher Prozess. Auch wenn es davor schon gut im Bettchen geschlafen hat, will es jetzt nur noch auf dem Arm von Mama oder Papa einschlafen und wacht auf, sobald man versucht es abzulegen. Vielleicht tröstet euch, dass auch das eine Phase ist, die wieder vorbei geht.

3. Das Baby ist übermüdet
Vielleicht kennt ihr das schon: Nach einem Familienfest, einem aufregenden Tag oder einem spannenden Ausflug sollte das Baby eigentlich müde und erschöpft sein, doch es findet nicht in den Schlaf. Zu viele Reize, die es verarbeiten muss, lassen es nur schwer zur Ruhe kommen. Ein Einschlafritual kann helfen, damit es jetzt entspannt.
4. Babys um den 6. Monat haben oft eine Schlafregression
Viele Eltern berichten davon, dass ihr Baby gerade um den sechsten Lebensmonat herum schlechter schläft und gewohnte Schlafrhythmen sich ändern. Tatsächlich kann es im ersten Lebensjahr immer wieder zu sogenannten Schlafregressionen kommen. Für Eltern bedeutet das, die Nächte werden wieder unruhiger oder sogar schlaflos. Leider hilft jetzt nicht viel, außer das Baby in dieser Phase liebevoll zu begleiten. Am besten ihr entlastet euch gegenseitig, damit jeder ein paar Stunden ungestörten Schlaf bekommen und Energie tanken kann. Meist pendelt sich das Schlafverhalten nach einer Woche wieder ein und es findet sich ein neuer Rhythmus.
Wie viele Tagesschläfchen sind mit 6 Monaten normal?
Typisch für diese Lebensphase sind 2 bis 3 Tagesschläfchen. Meist teilen diese sich auf in einen längeren Mittagsschlaf und ein oder zwei kürzere Powernaps. Doch auch hier gilt: Jedes Baby hat ein anderes Schlafbedürfnis.
Die Hebamme Kareen Dannhauser schreibt in ihrem Buch „Guter Hoffnung. Hebammenwissen für Mama und Baby“ zum Thema Tagesschläfchen bei Babys:
„Es gibt die Powernapper, die tagsüber nach spätestens einer halben Stunde wieder wach sind und als Baby nie einen zweistündigen Mittagsschlaf machen, und es gibt die, die mittags drei Stunden am Stück schlafen, in denen ihre Mütter aufräumen, kochen und sich auch noch die Fußnägel lackieren können. Und das ist völlig unabhängig davon, was du machst!“

Was kann helfen, den Babyschlaf zu unterstützen?
Babyschlaf kann nicht „trainiert“ werden und am besten folgst du bei der Einschlafbegleitung deiner Intuition. Ja, es ist völlig richtig, wenn du das Baby auf den Arm nimmst, wiegst und tröstest, wenn es weint. Es ist auch richtig, es an der Brust trinken zu lassen, damit es sich beruhigt. Und es gibt noch weitere Dinge, die den Alltag erleichtern können:
Feste Routinen erleichtern das Einschlafen
Babys lieben Routinen. Sie geben Sicherheit, denn schon die Kleinen lernen die Signale zu deuten und wissen dadurch genau, was jetzt kommen wird. Ein wiederkehrender Ablauf abends zeigt dem Baby: Gleich ist Schlafenszeit. Ihr könnt ein warmes Babybad machen, eine entspannende Massage, bei gedimmtem Licht eine Geschichte erzählen oder ein Schlaflied vorsingen… Wichtig ist, jeden Tag in etwa dem gleichen Ablauf zu folgen, denn so verbindet das Baby diese Rituale mit dem Müdesein und Zubettgehen und kann sich so besser auf die Nacht einstellen.
Müdigkeitszeichen beim Baby erkennen
Frühe Signale können dir zeigen, ob das Baby schon bereit fürs Schlafen ist:
- der Kopf des Babys geht zur Seite
- die Hand geht zum Mund
- es ist blass
- es gähnt, hat Schluckauf, niest oder hüstelt
- größere Babys reiben sich die Augen oder fassen sich an die Ohren
Wenn das Baby stark überfordert ist durch zu viele Reize oder übermüdet ist, kannst du das an diesen Signalen erkennen:
- es hat eine schnelle Atmung
- es überstreckt sich auf dem Arm oder macht fahrige Bewegungen
- es hat kleine Augen und schreit, bzw. weint scheinbar ohne Grund
Nähe zulassen
Es liegt in der Natur von Babys, dass sie beim Einschlafen oder Schlafen in der Nähe der Eltern sein wollen. Dort fühlen sie sich sicher und geborgen. Auch im Schlaf nimmt es euch über seine Sinne wahr, es hört euch atmen, riecht euch und beruhigt sich auch schnell wieder, wenn man mit einer Hand sein Bäuchlein oder Köpfchen streichelt. Viele Eltern setzen darum auf Co-Sleeping oder auf ein Beistellbettchen im Schlafzimmer, damit das Baby auch nachts eure Anwesenheit spürt.
Reizarme Umgebung
Wenn alles langsam zur Ruhe kommt, hat das auch Auswirkungen auf dein Baby. Weniger Licht, weniger Geräusche, ein ruhiger Ablauf sind das beste Mittel, um das Baby in eine entspannte Stimmung zu bringen als Vorbereitung aufs Schlafengehen.
Und ganz ehrlich: Es geht uns ja auch selber so, dass wir erst einmal „runterkommen“ müssen vor dem Schlafen, wenn wir einen aufregenden Tag hinter uns haben.
Muss mein Baby mit 6 Monaten durchschlafen?
Darauf gibt es eine ganz klare Antwort: Nein. Die wenigsten Babys schlafen mit sechs Monaten schon durch. Zudem spricht man bei den Kleinen bei fünf bis sechs Stunden ununterbrochenem Schlaf bereits von „durchschlafen“. Durchschlafen ist kein Entwicklungsziel, das Babys erreichen müssen. Und viele Babys wachen auch über das erste Lebensjahr hinaus noch nachts auf – auch das ist völlig normal.
Wann sollte man sich Sorgen machen?
Unruhiger Schlaf und mehrmaliges Aufwachen nachts, ist erst einmal kein Grund zur Sorge. Allerdings solltest du dir Unterstützung holen wenn dein Baby
- kaum schläft
- eine extreme Unruhe besteht
- ihr euch als Eltern extrem erschöpft fühlt
Die erste Anlaufstellen sind eure Hebamme oder die Kinderärztin, der Kinderarzt. Zuerst wird festgestellt, ob das Baby gesundheitliche Probleme hat, wie zum Beispiel eine Unverträglichkeit. Kann dies ausgeschlossen werden, können sie euch weiter verweisen zu einer Schlafberatung.

Babyschlaf ist individuell und verändert sich
Versuche gelassen zu bleiben, wenn dein Baby mit sechs Monaten nachts wieder öfter aufwacht. Der Schlaf deines Babys befindet sich in einer wichtigen Entwicklungsphase. Unruhe, weinen und wechselnde Rhythmen sind kein Zeichen dafür, dass etwas mit dem Baby nicht stimmt. Es zeigt, dass sich das Baby normal entwickelt und wächst.
Manchmal hilft auch ein Perspektivwechsel. Frag dich vielleicht nicht „Wie bringe ich mein Baby zum Schlafen?“, sondern eher: „Was braucht mein Baby gerade, damit es sich sicher und geborgen fühlt?“.
Wichtig: Sorge trotzdem dafür, dass du, bzw. ihr als Eltern, genügend Ruhephasen hast/haben könnt. Wechselt euch nachts ab, holt einen Babysitter, fragt die Großeltern, ob sie tagsüber mal einspringen, damit ihr ein Powernap machen oder einfach entspannen könnt. Diese Entlastung ist Gold wert und hilft euch neue Energie zu tanken, die ihr dringend braucht.