Biomarker und Kinderwunsch: Das solltest du wissen

Biomarker und Kinderwunsch: Das solltest du wissen

MUM, Wohlfühlen

Wie gesund bin ich? Und hat das Einfluss auf meinen Kinderwunsch? Das sind Fragen, die sich viele Frauen vor einer geplanten Schwangerschaft stellen. Die Analyse von bestimmten Biomarkern kann darüber Aufschluss geben. Wir verraten dir, welche das sind …

Die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, ist eine der emotionalsten und prägendsten im Leben vieler Paare. Doch bevor der ersehnte Schwangerschaftstest endlich positiv ausfällt, gibt es viele Faktoren, die die Fruchtbarkeit beeinflussen können. Während Ernährung und Lebensstil häufig in den Fokus rücken, bleibt ein Aspekt oft unbeachtet: die Analyse von Biomarkern.

Biomarker – messbare biologische Indikatoren – bieten wertvolle Einblicke in den Gesundheitszustand des Körpers und sind der Schlüssel zu einer präzisen Vorbereitung auf eine Schwangerschaft. Sie können helfen, mögliche Ungleichgewichte frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Fruchtbarkeit zu steigern. In der klinischen Forschung und Medizin werden Biomarker also oft als Frühwarnsysteme für Krankheiten definiert wie z.B. eine Schwangerschaftsvergiftung, bei Krebserkrankungen oder Autoimmunerkrankungen.

In der Präventionsmedizin bezeichnet der Begriff „Biomarker“ nicht nur krankheitsbezogene Laborwerte, sondern auch funktionelle Parameter wie Vitamin- oder Hormonspiegel, die Aufschluss über das körperliche Gleichgewicht geben können – lange bevor es zu Beschwerden kommt.

Biomarker Gesundheit
Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Kost, ausreichend Schlaf tragen wesentlich zur Gesundheit bei.

Was sind Biomarker und warum sind sie bei Kinderwunsch wichtig?

Biomarker sind spezifische Werte im Körper, die uns Aufschluss über die Gesundheit geben. Sie messen beispielsweise, wie gut bestimmte Systeme im Körper funktionieren, ob es Mängel oder Dysbalancen gibt und wie der aktuelle Gesundheitszustand aussieht. Gerade bei der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft sind einige Biomarker besonders relevant, da sie die Fruchtbarkeit und den Verlauf einer Schwangerschaft beeinflussen können.

Das sind einige der wichtigsten Biomarker:

  • Vitamin D: Auch als „Sunshine Vitamin“ bekannt, spielt Vitamin D eine wesentliche Rolle für das Immunsystem und die Fruchtbarkeit. Ein Mangel an Vitamin D kann das Risiko für Fruchtbarkeitsstörungen erhöhen und sich negativ auf den Verlauf der Schwangerschaft auswirken.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese ungesättigten Fettsäuren sind nicht nur gut für das Herz, sondern auch wichtig für die Fruchtbarkeit. Sie fördern die Zellgesundheit und regulieren Entzündungsprozesse im Körper.
  • Langzeitblutzucker (HbA1c): Ein stabiler Blutzuckerspiegel ist für eine gesunde Schwangerschaft unerlässlich. Ein erhöhter HbA1c-Wert kann auf Prädiabetes hinweisen, was sich negativ auf die Fruchtbarkeit und den Beginn einer Schwangerschaft auswirken kann.
  • Cortisol: Das sogenannte Stresshormon beeinflusst nicht nur unser emotionales Wohlbefinden, sondern auch die Fruchtbarkeit. Ein chronisch erhöhter Cortisolspiegel kann den Hormonhaushalt stören und die Chancen auf eine Schwangerschaft verringern.
  • AMH (Anti-Müller-Hormon): Dieser Marker gibt Auskunft über die sogenannte ovarielle Reserve, also die Menge an Eizellen, die eine Frau noch hat. Besonders relevant für Frauen ab Mitte 30 oder bei unerfülltem Kinderwunsch.
  • FSH, LH und Östradiol: Diese Hormone steuern den Menstruationszyklus und den Eisprung. Ein Ungleichgewicht kann auf eine Zyklusstörung oder hormonelle Dysbalance hinweisen, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigt.
  • Progesteron: Wichtig zur Beurteilung der Gelbkörperphase (zweite Zyklushälfte). Zu niedrige Werte können bedeuten, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht ausreichend aufgebaut wird – was eine Einnistung erschwert.
  • Prolaktin: Ein zu hoher Wert kann den Eisprung unterdrücken. Das Hormon steigt auch in Stresssituationen oder bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten – eine Abklärung ist sinnvoll.
  • Ferritin (Speichereisen): Ein Eisenmangel kann den Hormonhaushalt stören und Müdigkeit oder Zyklusstörungen verursachen. Ferritin ist oft aussagekräftiger als der klassische Hb-Wert (Hämoglobin).
  • Entzündungsmarker (z. B. hs-CRP): Chronische, stille Entzündungen können den Hormonhaushalt beeinflussen und sind auch im Hinblick auf Endometriose oder immunologische Ursachen bei unerfülltem Kinderwunsch relevant.

Die gezielte Analyse dieser Biomarker ermöglicht es, die eigene Gesundheit zu überprüfen und proaktive Maßnahmen zu ergreifen, um die Fruchtbarkeit zu unterstützen und den Körper optimal auf eine geplante Schwangerschaft vorzubereiten.

Wie funktioniert eine Analyse der Biomarker?

In vielen Arztpraxen oder spezialisierten Kliniken kannst du Biomarker-Tests durchführen lassen. Dein Hausarzt oder Gynäkologe kann entsprechende Tests wie Blutuntersuchungen oder Hormonanalysen anordnen, um wichtige Werte wie Vitamin D, Blutzucker, Omega-3-Fettsäuren oder auch den Hormonspiegel zu messen. Es gibt auch Labore und Gesundheitszentren, die auf die Durchführung von biomarkerbasierten Tests spezialisiert sind. Diese bieten häufig eine breitere Palette an Tests an, die spezifische Marker wie Cortisol, Omega-3, Vitamin D, HbA1c und viele andere messen können.

Eine Alternative können auch Test-Kits für Zuhause sein. Diese Anbieter schicken dir ein Testkit (Kosten ca. 200-300 Euro), mit dem du eine kleine Blutprobe (meist per Fingerpiekser) entnehmen und an ein zertifiziertes Labor zurücksenden kannst. Nach der Analyse erhältst du die Ergebnisse online, oft ergänzt durch persönliche Empfehlungen für deinen Lebensstil. Anhand dieser Daten kannst du zusammen mit einem Arzt oder einer Ärztin individuell abgestimmte Empfehlungen erhalten, die deine Gesundheit und Fruchtbarkeit eventuell positiv beeinflussen können.

Biomarker Schwangerschaft
Welche Biomarker bei dir Sinn machen und wie sie im Zusammenhang zu sehen sind, besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Ärztliche Beratung – auch für den Partner

Bei einem beratenden Gespräch mit deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin oder mit deiner Gynäkologin/deinem Gynäkologen vor einer geplanten Schwangerschaft kannst du klären, ob es sinnvoll ist einige Biomarker analysieren zu lassen. Biomarker sind wichtige Hilfmittel, sollten aber immer im Zusammenhang gesehen werden. Darum ist die Analyse durch eine Ärztin oder einen Arzt unerlässlich, um wichtige und richtige Schlussfolgerungen zu ziehen und einen möglichen Behandlungsplan entsprechend festzulegen.

Das gilt auch für den Partner, denn bei Männern ist die Spermienqualität ein wichtiger Biomarker in vielerlei Hinsicht. Es macht daher Sinn, wenn sich auch der Partner bei Kinderwunsch vorab untersuchen und ein Spermiogramm erstellen lässt. Man hat unter anderem nachgewiesen, dass Männer mit niedriger Spermienqualität im späteren Leben öfter an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden können.

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