Das Baby schläft nicht: Die häufigsten Gründe und was wirklich helfen kann

Das Baby schläft nicht: Die häufigsten Gründe und was wirklich helfen kann

BABY, Wissen

Warum schläft mein Baby nicht oder nur kurz? Wieso wacht es nachts immer wieder auf? Und ab wann schlafen Babys eigentlich „durch“? Im ersten Lebensjahr stellen sich viele Eltern diese Fragen und sind oft verunsichert und erschöpft. Hier sind Erklärungen dafür, warum Babys nicht schlafen, wie sich Babyschlaf entwickelt und welche sanften Strategien wirklich helfen können, damit dein Baby – und auch du als Elternteil – wieder mehr Ruhe findet.

Kaum ein Thema beschäftigt junge Eltern so sehr wie der Schlaf ihres Babys. Wenn ein Baby nachts nicht schläft, häufig aufwacht oder abends nur schwer zur Ruhe findet, sind Eltern erschöpft, fühlen sich verunsichert und oft auch ganz einfach überfordert. Dabei ist unruhiger Schlaf im ersten Lebensjahr völlig normal. Babys haben einen ganz anderen Schlaf-Wachrhythmus als Erwachsene – und ihr Schlaf entwickelt sich erst mit der Zeit.

Die gute Nachricht für alle Babyeltern: Wenn man versteht, warum die Kleinen manchmal nicht oder nur schlecht schlafen oder Mühe haben, überhaupt einzuschlafen, kann man als Eltern eher gelassen bleiben. Auch kleine Veränderungen im Alltag helfen, damit alle schneller zur Ruhe kommen und Babys besser schlafen können.

Babyschlaf
Babys schlafen anfangs 16 bis 18 Stunden täglich, verteilt auf etwa fünf Phasen.

Warum schläft mein Baby nicht – das solltest du wissen

Babys kommen mit einem völlig anderen Schlafsystem auf die Welt. Ihr Schlaf verläuft in kürzeren Zyklen und sie verbringen mehr Zeit im sogenannten REM-Schlaf – einer leichteren Schlafphase, aus der sie schneller aufwachen. 16 bis 18 Stunden schlafen Babys anfangs, meist verteilt auf fünf Schlafphasen.

Ihr Verhalten hat einen guten Grund: Häufiges Aufwachen schützt Babys und sorgt dafür, dass sie regelmäßig Muttermilch trinken und von den Eltern versorgt werden. Erst im Laufe der nächsten zwölf Lebensmonate entwickelt sich ein stabilerer Schlafrhythmus und das Baby lernt, in den „Dunkelphasen“ zu schlafen.

Wenn dein Baby nachts mehrmals aufwacht, bedeutet das nicht automatisch, dass etwas falsch läuft. Vielmehr steckt eine ganz normale Entwicklung dahinter. Lasst euch bloß nicht von Geschichten anderer Eltern verunsichern, die stolz erzählen, ihr Baby habe von Anfang an mindestens sechs bis acht Stunden durchgeschlafen. Zum einen ist jedes Kind anders, zum anderen ist es völlig normal, dass ein Säugling die ersten Monate nachts alle zwei bis drei Stunden aufwacht und Hunger hat oder getröstet werden will.

Die häufigsten Gründe warum Babys nicht schlafen

Grund 1: Das Baby macht einen Entwicklungsschub durch

Viele Eltern beobachten, dass ihr Baby plötzlich schlechter schläft, obwohl vorher alles gut funktioniert hat. Häufig fällt das mit einem Entwicklungsschub zusammen.

Oft verarbeitet das Baby in diesen Phasen neue Fähigkeiten, die es eben erst gelernt hat – etwa Greifen, Drehen oder Krabbeln. Das Gehirn arbeitet dann auf Hochtouren und das kann den Schlaf des Kleinen unruhiger machen.

Das kann helfen:

  • Gib ihm tagsüber viel Nähe und beruhige es mit Körperkontakt.
  • Führe bestimmte Abendroutinen ein, zum Beispiel ein warmes Bad mit Lavendel oder eine sanfte Babymassage.
  • Bleibe möglichst ruhig und geduldig – auch das gibt dem Baby in dieser Umbruchsphase Sicherheit und wirkt beruhigend.

Das ist wichtig für alle Eltern von Frühgeborenen: Babys, die zu früh zur Welt kommen, schlafen anfangs bis zu 22 Stunden am Tag. Auch die Etablierung eines Schlaf-Wach-Rhythmus kann bei ihnen etwas länger dauern, weil ihr Gehirn noch nicht so ausgereift ist. Eine reizarme Schlafumgebung und eine geduldige Begleitung können unterstützen, damit sie zur Ruhe kommen.

Babyschlaf
Erst innerhalb von 12 Lebensmonaten entwickelt sich bei Babys ein Schlaf-Wach-Rhythmus.

Grund 2: Das Baby ist übermüdet

Ein überraschend häufiger Grund für schlechten Babyschlaf ist Übermüdung. Es hört sich widersinnig an, aber wenn Babys zu lange wach bleiben, produziert der Körper Stresshormone und das Einschlafen fällt dem Kleinen dann schwer. Es wirkt dann überdreht und erregt, weint viel und ist schwer zu beruhigen.

Gerade im ersten Lebensjahr sind die Wachzeiten des Babys relativ kurz.

  • Neugeborene: etwa 45–60 Minuten Wachzeit
  • 3-6 Monate: 1,5 bis 2 Stunden
  • 6-12 Monate: 2 bis 3 Stunden

Das Baby schläft also nicht unbedingt besser nachts, nur weil man die Wachzeiten tagsüber ausdehnt – eher das Gegenteil ist der Fall.

Grund 3: Reizüberflutung im Alltag

Ein aufregender Tag mit vielen Eindrücken kann Babys stark beschäftigen. Neue Menschen, spannende Ausflüge oder viel Aktivität führen manchmal dazu, dass Babys später schwer abschalten können.

Ein ruhiger Übergang in den Abend hilft deinem Baby, die Erlebnisse besser zu verarbeiten. Was du jetzt tun kannst:

  • ein warmes Bad entspannt und beruhigt
  • leises Singen oder Vorlesen stimmt auf den Abend ein
  • gedimmtes Licht im Schlaf- oder Babyzimmer helfen.

Ein gleichbleibendes Abendritual gibt dem Baby zu verstehen: Jetzt ist der Tag vorüber und es geht ins Bett. Feste Abläufe geben dem Kleinen Sicherheit und wirken beruhigend. Das müssen übrigens keine besonderen Dinge sein, die ihr in die Abendroutine einbaut. Die tägliche Wiederholung von ganz normalen Abläufen (baden, wickeln, vorsingen, kuscheln) reichen völlig aus.

Auf dem Arm von Mama einschlafen – für Babys der Inbegriff von Nähe und Sicherheit.

Grund 4: Wachstum und Hunger

In den ersten vier bis sechs Wochen wachen Babys alle zwei bis vier Stunden auf und haben Hunger. Ihr Magen ist noch ganz klein, darum bekommen sie schnell wieder Hunger. Auch wenn sich nach den ersten Monaten ein gewisser Rhythmus eingependelt hat, ist mehrmaliges nächtliches Aufwachen völlig normal. Manche Babys wachen jetzt alle drei bis vier Stunden auf und wollen gestillt oder gefüttert werden, oder sie suchen einfach die tröstende Nähe zu Mama und Papa.

Auch mit fünf Monaten ist es völlig normal, dass das Baby öfter mal nachts aufwacht. Und wenn das Baby einen sogenannten Entwicklungsschub macht, kann es es gut sein, dass der Schlafrhythmus sich wieder ändert. Ein Wachstumsschub sorgt auch dafür, dass das Baby mehr Energie braucht und nachts (wieder) Hunger hat.

Übrigens spricht man bei Babys schon bei sechs Stunden Schlaf von „durchschlafen“. Doch auch hier gilt: Jedes Kind entwickelt sich anders und es dauert bis zu einem Jahr, bis sich der Schlafrhythmus richtig etabliert hat.

Grund 5: Nähebedürfnis und Bindung

Babys haben ein großes Bedürfnis nach Nähe. Sie sind darauf „programmiert“, denn es sichert ihr Überleben. Nichts ist für Babys schöner und beruhigender, als bei Mama oder Papa auf dem Arm zu sein. Hier fühlt es sich geborgen, sicher und geliebt. Außerdem beruhigt sich durch den Körperkontakt das Nervensystem, Stresshormone werden abgebaut und das Baby beginnt sich zu entspannen.

Manche Babys schlafen auf dem Arm am besten ein, auch beim Kuscheln beruhigen sie sich viel schneller als allein im Babybettchen. Nähe, Wärme, Sicherheit – die drei Faktoren beeinflussen den Babyschlaf entscheidend. Es ist also völlig normal, wenn dein Baby getragen werden will oder am liebsten auf deiner Brust einschläft. All dies ist kein „falschen Schlafverhalten“, sondern Teil einer ganz normalen Entwicklung.

Was Eltern konkret tun können: Kleine Routinen helfen beim Ein- und Durchschlafen

Jedes Baby ist anders und reagiert unterschiedliche auf Reize und die eigene körperliche Entwicklung. Aber die Erfahrung zeigt, dass bestimmte Routinen das Ein- und Durchschlafen von Babys erleichtern können. Besonders hilfreich sind

  • ein gleichbleibendes Abendritual, denn es gibt dem Baby Sicherheit weil es genau weiß, was jetzt kommt
  • regelmäßige Schlafenszeiten
  • ein ruhiges, dunkles Schlaf- oder Babyzimmer
  • ein vertrautes Schlafumfeld
  • die richtige Kleidung, die nicht zu warm und nicht zu kalt ist (Babyschlafsack, Body etc.)

Je vertrauter der Ablauf abends ist, desto leichter wird dein Baby zur Ruhe und in den Schlaf finden.

Babyschlaf
Routinen helfen, damit das Baby schneller zur Ruhe kommt.

Gelassen bleiben: Babyschlaf verändert sich ständig

Es ist für übermüdete Eltern zwar nur ein schwacher Trost, aber der Schlaf eines Babys verläuft selten linear. Es gibt Phasen, in denen dein Baby wunderbar ein- und sogar durchschläft und es kaum Probleme gibt. Dann kommen wieder Zeiten, wo die Nächte unruhig werden und das Kleine öfter nachts aufwacht.

Wichtig: Die meisten Schlafprobleme sind zwar nervig, weil Eltern selber Erholung und Ruhe brauchen, doch sie sind vorübergehend. Mit zunehmendem Alter stabilisiert sich der Schlafrhythmus deines Babys von selbst. Meist geschieht dies innerhalb eines Jahres.

Und manchmal hilft schon eine kleine Perspektivänderung: Statt nach der perfekten Schlaflösung zu suchen, kann es entlastend sein, Babyschlaf als Entwicklungsprozess zu betrachten. Denn auch diese Phase geht vorbei, selbst wenn sie sich in manchen Nächten sehr lang anfühlt.

Baby schläft dauerhaft nicht: Wann Eltern sich Unterstützung holen sollten

Auch wenn unruhige Nächte im ersten Lebensjahr völlig normal sind, gibt es Situationen, in denen es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen. Wenn ein Baby über einen längeren Zeitraum sehr schlecht schläft, kaum zur Ruhe kommt oder zusätzlich viel weint und schwer zu beruhigen ist, darf das ernst genommen werden.

Ein erster Schritt kann immer der Austausch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sein. Mit einer Untersuchung könnt ihr mögliche körperliche Ursachen ausschließen, wie zum Beispiel Reflux, Unverträglichkeiten oder Infekte. Auch Hebammen oder Schlafberater:innen können wertvolle Unterstützung bieten, besonders wenn es darum geht, den individuellen Rhythmus des Babys besser zu verstehen. Manchmal hilft auch eine Behandlung bei der Osteopathin oder beim Osteopathen – hier kann euch die Hebamme gute Tipps und Anregungen liefern.

Genauso wichtig: das eigene Bauchgefühl. Wenn sich die Situation belastend anfühlt oder die Erschöpfung im Alltag zu groß wird, solltet ihr nicht zögern und euch Hilfe holen. Unterstützung zu suchen bedeutet nicht, dass ihr die Situation nicht im Griff habt oder eure Elternrolle nicht richtig ausfüllt. Es zeigt, dass ihr richtig und besonnen reagiert und die Fürsorge für euer Kind absolut ernst nehmt. Vielleicht helfen die Großeltern aus oder ein Babysitter kann unterstützen. Jedenfalls ist es essenziell, dass auch ihr als Eltern genügend Schlaf und Erholung bekommt. Nur so könnt ihr für euer Baby da sein.

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