Mit Wohnmobil und Kind durch Europa: Bonjour Bretagne!

FAMILIE, Reise

Loreen, Matze und Tochter Tilli (2) nehmen uns in diesem Sommer mit auf ihre dreimonatige Reise in ihrem Wohnmobil Elton. Ziel: Unbekannt! Nachdem die kleine Familie die Normandie bereist hat, geht es jetzt weiter in die Bretagne.

Text und Bilder: Loreen Hinz

Bonjour Bretagne! Wir lassen auf unserer Route Mont St. Michel und St. Malo liegen, da wir diese schon von einem früheren Trip kennen und sie für unseren Geschmack zu touristisch sind und steuern direkt Cap Frehel an. Vor vier Jahren konnte man noch direkt am Leuchtturm übernachten, diesmal müssen wir auf einen unweit gelegenen sehr hübschen Campingplatz ausweichen, der unser Budget nicht über die Maßen strapaziert. Es gibt hier viele junge Leute und Familien und sogar einen kleinen Spielplatz, auf dem Tilli sofort Kinder zum Spielen findet. Direkt vor dem Campingplatz zwischen der Steilküste liegt eine kleine Badebucht. Wir erkunden den Strand und die Felsen und finden eine dahinter gelegene winzige weitere Bucht, die ganz verlassen ist.

Beeindruckend: Der Leuchtturm am Cap Frehel Kalt aber schön, das Wasser an einer kleinen Badebucht am Cap Frehel

Am nächsten Tag fahren wir bei warmem Sommerwetter mit den Fahrrädern zum Leuchtturm, mitten durch die unglaublich schöne Heide, die wie ein großer Flickenteppich in gelb und grün und rostrot und allen Varianten von violett und lila blüht und diesen Ort so besonders macht. Hier hätte ich gern ein Sommerhäuschen inmitten dieser Farbenpracht mit Blick auf das türkisblaue Meer und die weißen Wellen. Wir erklimmen den Leuchtturm und fahren dann zurück zum Platz. Es stürmt derart, dass man selbst bergab kräftig treten muss, um voran zu kommen.
Den Nachmittag verbringen wir bei Sonne-Regen-Mix mit Haareschneiden für Matze, Tanzen im Bus für Tilli und Pizza für alle.

Die Heide blüht in allen Rosé- und Lilatönen.

Das Wetter ist besser, also laufen wir am nächsten Morgen durch die Heide in das 15 Minuten entfernte hübsche Örtchen Plevenon, versorgen uns mit Brot und köstlichen Zitronentartes. Tilli ist fasziniert vom Glockenspiel in Kirchen und möchte unbedingt in das kleine Kirchlein, um die Glocke zu sehen (die leider nicht zu sehen ist). Den Rest des Tages herrscht Campingplatzgemütlichkeit.
Wir bleiben ein paar Tage hier, genießen das Gefühl des Ankommens nach den schönen, aber anstrengenden Tagen, an denen wir immer neue Orte erkundet haben. Die Sonne brennt, Tilli plantscht mit ihrem Sandspielzeug in der Waschschüssel und wir gehen zum Strand.

Paule heißt er und ist Bademeister: Tilly planscht in der Waschschüssel

In den Felsen sind durch den Rückgang des Wassers bei Ebbe natürliche Wannen entstanden, in denen Tilli baden kann. Wir haben ihre Schaukel dabei, die wir auf dem Campingplatz zwischen zwei Bäumen spannen und eine Slackline für Matze. Ansonsten genießt mein Sommerkind die neue Freiheit, die wir ihr auf dem Campingplatz lassen, in vollen Zügen. Sie darf auch ohne uns losziehen, alleine entdecken und mit anderen Kindern spielen, sie kurvt mit ihrem Laufrad rasant übers Gelände und ist bei heranfahrenden Autos sehr vorsichtig. Ich merke richtig, wie ein paar Tage am gleichen Ort Tilli gut tun, sie kennt sich aus und ist sehr selbstsicher und unabhängig. Und sie mag Musik von Bob Marley.

Tilly genießt, dass wir mehrere Tage am gleichen Platz sind.

Am letzten Tag lernen wir eine junge Patchworkfamilie, Mariam und Jasper mit der 8jährigen Tochter Lotte kennen, und Tilli adoptiert Lotte sofort als große Schwester. Wir gehen alle zusammen zum Strand und Tilli hat Riesenspaß dabei, über die Wellen zu hüpfen. Sie darf sogar auf einem Surfbrett stehen und das beeindruckt sie dermaßen, dass sie bis zum Schlafengehen immer wieder davon erzählt.

Braves Pferdchen. Beim Spazierengehen gibt es ständig kleine Abenteuer

Wir verlassen den Campingplatz und fahren weiter an der Cote d’Armor bis nach Ploubazlanet zur Insel Ile-de-Brehat. Die Landschaft ist unglaublich schön, aber der Parkplatz dermaßen überlaufen, dass uns die Lust am Bleiben vergeht. Wir rollen weiter bis Lezardrieux und parken bei regnerischem Wetter auf einem ruhigen, abgelegenen Parkplatz direkt vor der Ile à Bois am Meer, mit Blick auf die Lagune und Ponys auf der Weide.

Manchmal ist es besser, die vielen Eindrücke an der Hand von Papa zu verarbeiten.

Wir fahren weiter durch das hübsche Städtchen Tréguir, welches wir noch von unserem Jahrestrip kennen und weiter nördlich in einen landschaftlich sehr malerischen Nationalpark bei Plougrescant mit dem Highlight Site de Gouffre, einem bewohnten Häuschen am Meer, eingeklemmt zwischen zwei großen Findlingen. Wir klettern in den umliegenden Felsen mit unserer überaus offroadtauglichen Tilli, schauen auf die Wellen, die sich krachend an den Steinen brechen.

Eingeklemmt zwischen zwei Felsen – ein ganz besonderes Haus

Schließlich rollen wir weiter an der bretonischen Cote d’Armorique entlang, entdecken die wunderschöne Felsenküste bei Plestin-les-Grèves, das überaus pittoreske Städtchen Saint-Pol-de-Leon. Fünf Meter vor unserem Ziel Kerlouan muss Tilli aus heiterem Himmel spucken. Ihre Kleidung, ihre Schuhe, ihr Kindersitz bekommen alles ab. Glück im Unglück: Es gibt auf dem Campingplatz eine Waschmaschine. Nachdem wir alles in die Maschine verfrachtet haben, laufen wir zum Strand. Am Tag hat es geregnet und die spannende Szenerie aus riesigen Felsblöcken und dem winzigen Naturhafen bekommt durch den Nebel auf dem Meer etwas Düster-Dramatisches. Bei Ebbe tauchen riesige Steine auf, die aussehen als hätten Riesen damit gewürfelt.

Mit jedem Wetterwechsel sieht die Landschaft hier völlig anders aus.

Am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein sieht die Landschaft ganz anders aus, wir erklimmen die Felsen erneut und entdecken ein weiteres gut getarntes Steinhäuschen, eingeklemmt zwischen zwei großen Steinbrocken, ursprünglich ein Fischerhäuschen das im Zweiten Weltkrieg als Ausguck genutzt wurde.

Ich bin mit Mariam, die wir bei Plevenon kennen gelernt haben  in Kontakt geblieben und wir beschließen, den Rest der Côte des Légendes hinter uns zu lassen und die kleine Familie auf der Halbinsel Presqu’île de Crozon südlich von Brest zu besuchen.

Hier findet ihr alle Reiseberichte aus dieser Serie.

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