
Deutschland verzeichnet die niedrigste Geburtenrate seit 1946
Baby, Familie
In Deutschland werden immer weniger Kinder geboren. Doch im Jahr 2025 erreichte die Geburtenrate einen traurigen Negativrekord: Es wurden nur 654.300 Kinder geboren. Das ist der niedrigste Stand seit 1946.
Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind 2025 etwa 654.300 Kinder geboren worden. Das sind 3,4 Prozent weniger als im Jahr davor. Damit ist die Geburtenrate im vierten Jahr in Folge gesunken. Sie erreicht den niedrigsten Stand der seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet wurde.
Deutschland schrumpft also immer weiter. Denn gleichzeitig stieg die Sterberate auf 1,01 Millionen. Das heißt es sind im Jahr 2025 352.000 Menschen mehr gestorben als geboren wurden.
Benachteiligung von Familien wirkt sich negativ auf die Geburtenrate aus
Der Deutsche Familienverband findet zu der sinkenden Geburtenrate klare Worte. Sie seien das „Ergebnis einer jahrzehntelangen strukturellen Benachteiligung von Familien“. Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Familienverbandes, Sebastian Heimann, sagt, die Zahlen seien ein „dramatischer Weckruf“.
Das Sozialversicherungssystem, insbesondere die gesetzliche Rente, bestrafe Eltern regelrecht für ihre Erziehungsleistung, indem sie im Alter leer ausgingen. Dies betreffe in erster Linie Mütter. Die Politik dürfe sich nicht wundern, wenn sie Leistungen wie das Elterngeld über Jahrzehnte nicht anhebe oder die Bedürfnisse von Mehrkindfamilien ignoriere, so Heimann.
Das Elterngeld wurde seit seiner Einführung im Jahr 2007 nicht erhöht. Die Höchst- und Mindestbeträge sind seitdem gleich geblieben, es erfolgte zudem kein Inflationsausgleich, obwohl die Anpassung bereits mehrfach im Bundestag diskutiert wurde.
Geburtenrückgang auch in anderen europäischen Ländern
Den Statistiken zufolge liegen den niedrigen Geburtenzahlen verschiedene Berechnungen zugrunde: Es gibt derzeit weniger Frauen, die Kinder bekommen können. Das liegt daran, dass die zahlenmäßig kleinen 1990er Geburtsjahrgänge jetzt in das Alter von Anfang 30 kämen, wo eine Familiengründung anstehe. Außerdem sinke seit 2022 die zusammengefasste Geburtenziffer, die angibt, wie viele Kinder eine Frau heute im Durchschnitt bekommt.
Auch in anderen europäischen Ländern werden weniger Kinder geboren. So betrifft ein Geburtenrückgang laut vorläufiger Zahlen Frankreich, Österreich, Italien und Schweden, teilte das Bundesamt für Statistik mit.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Update: Dieser Artikel wurde zuletzt am 29. April 2026, 14:01 Uhr aktualisiert.