DIVI fordert: Alle Kinder ab 6 Monaten gegen Influenza impfen

DIVI fordert: Alle Kinder ab 6 Monaten gegen Influenza impfen

Baby, Familie

Mitglieder der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) plädiert dafür, künftig alle Menschen ab sechs Monaten gegen Influenza zu impfen.

Auf einer Pressekonferenz Anfang Dezember im Rahmen des DIVI-Jahreskongresses, hatten die Ärztinnen und Ärzte ganz klare Forderungen an die Ständige Impfkommission (STIKO).

Bisher empfiehlt die STIKO nur Menschen ab 60 Jahren sowie Risikogruppen eine Influenza-Impfung. Laut den Zahlen der DIVI sind jedoch in der vergangenen Grippesaison von Januar bis Mai 30.000 Minderjährige wegen Influenza im Krankenhaus behandelt worden. „30.000 Kinder – das entspricht einer Kleinstadt!“, so der Intensivmediziner Prof. Christian Karagiannidis, Vorstandsmitglied der DIVI und Leiter des ARDS- und ECMO-Zentrums der Lungenklinik Köln-Merheim. 82 Kinder und Jugendliche sind demnach in diesem Zeitraum an ihrer Influenza-Infektion gestorben.

Die WHO empfiehlt die Grippeimpfung bereits für Kinder ab 6 Monaten

Auch die WHO empfiehlt, alle Kinder ab sechs Monaten gegen Influenza zu impfen. „Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO hat dies bereits getan, andere Europäische Länder zeigen uns, dass mit groß angelegten Impf-Kampagnen zahlreiche Kinder wie Erwachsene erfolgreich geschützt werden können – nur wir in Deutschland lassen weiterhin zu einem Großteil die Grippewelle ungeschützt über uns rollen“, so DIVI-Präsident Prof. Florian Hoffmann, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg. „Das muss sich ändern! Denn gerade Kinder können auch schwer an dem Virus erkranken.“

Im Januar und Februar dieses Jahres gingen die Infektionszahlen auch bei Kinder steil nach oben. Um die sehr schweren Verläufe von Influenza-Erkrankungen zu dokumentieren, führte die DIVI darum eine Befragung unter Kinderintensivstationen durch. Die angefragten Kliniken meldeten Dr. Ellen Heimberg, der stellvertretenden Sprecherin der DIVI-Sektion Pädiatrische Intensiv- und Notfallmedizin, insgesamt 181 Kinder, die wegen Grippe auf der Intensivstation waren. „Wir haben hier wirklich sehr schwere Verläufe dokumentiert“, erklärte Heimberg, Oberärztin der Interdisziplinären Pädiatrischen Intensivstation am Universitätsklinikum Tübingen.

Influenza: Schwere Verläufe gerade bei Kindern

„10 Prozent der Kinder auf der Intensivstation sind verstorben“, zeigte Heimberg auf. „Weitere 10 Prozent sind mit großen neurologischen Defiziten, das heißt mit starken, vielleicht ein Leben lang bestehenden Beeinträchtigungen, nach Hause gegangen. Solche Komplikationen können beispielsweise nach einer begleitenden Infektion des Gehirns auftreten.“ Die Kinder waren alle ungeimpft. Etwas mehr als ein Drittel der Kinder seien vorher vollkommen gesund gewesen, berichtete Heimberg, andere hätten Vorerkrankungen wie Asthma gehabt oder hatten als ehemalige Frühgeborene ein höheres Risiko.

„Es gibt mehrere zugelassene Impfstoffe“, erklärte DIVI-Präsident Hoffmann während der Pressekonferenz. „Denn selbstverständlich kann man sich auch ohne STIKO-Empfehlung impfen lassen: Die intramuskulär zu spritzenden Impfstoffe sind für alle, die älter als sechs Monate sind, zugelassen. Und dann gibt es noch ein Nasenspray, das für alle, die älter als zwei Jahre sind, angewendet werden darf – falls die Spritze ein Problem darstellt.“

Quelle: DIVI

Update: Dieser Artikel wurde zuletzt am 11. Dezember 2025, 14:45 Uhr aktualisiert.