Eine Bundestagspetition fordert: Kinder brauchen spezialisierte Pflege
Familie
Es ist ein dringendes Anliegen, das mit einer Bundestagspetition stärker in den Fokus gerückt werden soll. Darin geht es um das Wahlrecht zur Spezialisierung in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Die Initiatorinnen der Petition sind überzeugt: Nur so kann die qualifizierte Ausbildung für die Pflege von Kindern und Jugendlichen im Rahmen einer generalistischen Ausbildung gesichert werden.
Was genau fordern die Initiatorinnen der Petition?
Letztlich geht es darum, Auszubildenden die Spezialisierung für den Bereich der Kinderkrankenpflege auch weiterhin vollumfassend zu ermöglichen. Die Bundestagspetition Nr. 185291 wurde von Pauline Hense und Julia Venzke vom Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD e. V.), sowie von Ricarda Tamme von der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland (GKinD e. V.) eingereicht. Ihr Ziel ist es, damit das Wahlrecht zur Spezialisierung in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege nach § 59 Pflegeberufegesetz in den Fokus zu rücken, das dauerhaft bestehen bleiben soll.
Schon heute bieten viele Pflegeschulen die gesetzlich vorgesehene Spezialisierung aufgrund organisatorischer Einschränkungen kaum noch an. „Wird dieser Trend nicht gestoppt, verschärft sich die Versorgungskrise weiter – mit weitreichenden Folgen für Familien und das gesamte Gesundheitssystem“, heißt es in der Pressemitteilung, die das Bündnis KJG zur Petition herausgegeben hat.
Pflegenotstand trifft Kinder ganz besonders
Laut Angaben des Bündnis KJG hat der Pflegenotstand in der pädiatrischen Versorgung aktuell schon gravierende Folgen. So bleiben, laut Angaben des KJG, über 6.500 Fachkraftstellen in der stationären Kinder- und Jugendmedizin, einschließlich der Kinderchirurgie, unbesetzt. Die Petitionsverantwortlichen monieren auch, dass trotz einer generalistischen Pflegeausbildung die pädiatrische Pflege in Theorie und Praxis stark unterrepräsentiert bleibt.
So würden zum Beispiel die Altenpflege in der Ausbildung mehrere hundert Praxisstunden verpflichtend angesehen. Der Einsatz in der Kinderkrankenpflege umfasse dagegen oft nur 60 bis 120 Stunden, die häufig nicht einmal in einem Kinderkrankenhaus abgeleistet werden. „In dieser kurzen Zeit können weder die notwendige fachliche Spezialisierung noch die besonderen kommunikativen und emotionalen Kompetenzen für die Betreuung kranker Kinder vermittelt werden“, heißt es weiter vom Bündnis KJG.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
Kinder benötigen spezialisierte Pflegefachkräfte, so die Forderung der Petitions-Initiatorinnen. Darum solle das Angebot zur Spezialisierung ausgebaut werden.
Unter diesem Link kann man die Petition online einsehen und unterstützen. Die Frist dafür läuft noch bis zum 19. Januar 2026.
Bild: Unsplash
Quelle: Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit e. V.
Update: Dieser Artikel wurde zuletzt am 16. Dezember 2025, 15:22 Uhr aktualisiert.