Wochenbett vorbereiten: Was du in der Schwangerschaft schon regeln kannst

Wochenbett vorbereiten: Was du in der Schwangerschaft schon regeln kannst

Geburt, Ratgeber, SCHWANGERSCHAFT

Das Wochenbett vorbereiten erspart nach der Geburt einiges an Stress. Hier kommen unsere Tipps.

Die Zeit nach der Geburt gehört dir und deinem Baby. Damit du dich in diesen ersten Wochen wirklich erholen kannst, lohnt es sich, schon vorher das Wochenbett vorzubereiten. Wir zeigen dir, worauf es dabei ankommt, ohne Druck, aber mit praktischem Plan.

Das Wochenbett kommt schneller als man denkt. Und wenn der Geburtstermin erst einmal näher rückt, ist die Energie oft nicht mehr da. Deshalb lohnt es sich, das Wochenbett schon im dritten Trimester das Wochenbett vorzubereiten – in Ruhe, ohne Hast, Schritt für Schritt.

Was das konkret bedeutet und welche Dinge wirklich einen Unterschied machen, erfährst du hier.

Wochenbett vorbereiten: Warum es sich lohnt, frühzeitig zu planen

Im Wochenbett erholt sich dein Körper von der Geburt, das Stillen muss sich einspielen, du und dein Baby lernt euch kennen. Das allein ist schon intensiv genug. Wer in dieser Zeit nicht auch noch über fehlende Wochenbettbinden oder einen ungeklärten Hebammenbesuch nachdenken möchte, sorgt am besten schon vorab vor.

Das klingt pragmatischer als es ist. Denn gute Vorbereitung bedeutet nicht, alles perfekt durchzuplanen. Es bedeutet, dir selbst ein bisschen Spielraum zu schaffen für die Dinge, die nach der Geburt wirklich wichtig sind.

Wochenbett vorbereiten

Die Wochenbett-Checkliste: Was du vor der Geburt organisieren solltest

1. Eine Hebamme finden – so früh wie möglich

Das ist der wichtigste Punkt und leider auch derjenige, bei dem die meisten Frauen zu spät dran sind. Hebammen für die Wochenbettbetreuung zu finden, ist in vielen Regionen Deutschlands nach wie vor schwierig. Deshalb: Suche so früh wie möglich, am besten schon im ersten oder zweiten Trimester.

Deine Hebamme kommt nach der Geburt regelmäßig zu dir nach Hause, kontrolliert die Rückbildung, unterstützt beim Stillen und ist deine erste Ansprechpartnerin, wenn du nicht weißt, ob etwas normal ist oder nicht. Diese Besuche werden von der Krankenkasse übernommen, zunächst zehn Besuche in den ersten acht Wochen, bei Bedarf auch mehr.

Tipp: Über Hebammenlisten der Krankenkassen, die Seite des Deutschen Hebammenverbandes oder Empfehlungen aus deinem Umfeld findest du oft schneller eine freie Hebamme als über Google.

2. Den Geburtsvorbereitungskurs rechtzeitig buchen

Geburtsvorbereitungskurse sind oft Wochen oder Monate im Voraus ausgebucht. Am besten meldest du dich spätestens in der 20. Schwangerschaftswoche an. Viele Kurse bereiten auch auf das Wochenbett vor und geben praktische Hinweise für die erste Zeit mit Baby.

3. Urlaub und Elternzeit klären

Besprich mit deinem Partner rechtzeitig, wer wann Urlaub nimmt. Gerade die ersten zwei Wochen nach der Geburt sind zu zweit deutlich leichter. Wer Elternzeit plant, sollte die Anmeldung spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn eingereicht haben.

4. Unterstützung organisieren

Wer hilft dir konkret und wann? Das klingt selbstverständlich, ist es aber oft nicht. Überlege schon jetzt, wen du für welche Dinge ansprechen kannst: Wer kann das ältere Kind betreuen? Wer bringt Essen vorbei? Wer kommt einfach mal vorbei, damit du duschen kannst?

Wenn Eltern oder Schwiegereltern helfen möchten, besprecht vorab, wie das aussehen soll: wann, wie oft, was konkret hilfreich wäre. Das spart im Wochenbett selbst viele ungeklärte Erwartungen.

Falls du keine familiäre Unterstützung hast, kann eine Haushaltshilfe eine sinnvolle Entscheidung sein. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten, wenn keine andere Unterstützung vorhanden ist. Kümmere dich frühzeitig darum.

5. Mahlzeiten vorkochen und einfrieren

Im Wochenbett wirst du kaum Zeit und Energie fürs Kochen haben – und trotzdem brauchst du gutes, stärkendes Essen. Besonders wenn du stillst, steigt dein Energiebedarf spürbar.

Meal Prep Wochenbett

Meal Prep ist hier das Stichwort: Suppen, Eintöpfe, Porridge-Zutaten oder einzelne Komponenten wie gekochte Hülsenfrüchte, Reis oder Gemüse lassen sich gut vorbereiten und einfrieren. Auch ein Vorrat an Snacks, die sich mit einer Hand essen lassen (Nüsse, Trockenfrüchte, Bananen, Energiebällchen), macht sich im Wochenbett bezahlt.

Besorge dir außerdem eine gute Trinkflasche, die du immer griffbereit hast – denn genug trinken, mindestens zwei bis drei Liter täglich, ist in dieser Zeit besonders wichtig.

6. Das Zuhause vorbereiten

Du musst dein Zuhause nicht umgestalten. Aber ein paar kleine Anpassungen erleichtern den Alltag:

  • Wickelplatz auf jeder Etage: Das erspart unnötige Treppen, wenn du gerade noch wund bist oder einfach müde.
  • Stillplatz einrichten: Ein bequemer Sessel oder eine gute Ecke auf dem Sofa mit allem, was du brauchst – Wasser, Kissen, Licht, Handy-Ladekabel. Du wirst dort viele Stunden verbringen.
  • Bett umrüsten: Manche Frauen schlafen mit Baby im Familienbett, andere bevorzugen ein Beistellbett. Überlege vorher, was zu euch passt, und richte es entsprechend ein.
  • Vorräte anlegen: Neben Babybedarf auch für dich: Wochenbettbinden, Stilleinlagen, ein guter Still-BH, bequeme Nachthemden oder Homewear, die sich leicht öffnen lässt. All das brauchst du direkt ab dem ersten Tag.

7. Wickeltasche und Krankenhaustasche packen

Packe deine Krankenhaustasche spätestens in der 36. Woche. Was hineingehört, verrät dir deine Hebamme oder das Krankenhaus. Aber vergiss nicht, auch Dinge für die ersten Stunden danach einzupacken: ein bequemes Nachthemd, Stilleinlagen, deine Lieblingspflege.

Wochenbett vorbereiten

8. Bürokratisches erledigen

Manches lässt sich vor der Geburt besser klären als danach:

  • Elterngeld beantragen (frühestens ab Geburt, am besten in den ersten Wochen)
  • Geburt anmelden (beim Standesamt, Frist: spätestens eine Woche nach Geburt)
  • Krankenversicherung des Babys anmelden
  • Kinderbonus, Kindergeld, eventuelle Arbeitgebermeldungen – informiere dich rechtzeitig, was in deiner Situation relevant ist

Was du dir auch merken solltest für die Zeit im Wochenbett

Besuch im Wochenbett

Du wirst viele Menschen um dich herum haben, die das Baby sehen möchten und du darfst selbst entscheiden, wann und wen du empfangen möchtest. Das Wochenbett gehört dir und deinem Kind. Besuch ist schön, aber er darf und soll sich deinen Bedürfnissen anpassen – nicht andersherum.

Es ist absolut in Ordnung, in den ersten Tagen niemandem die Tür zu öffnen. Und wenn Besuch kommt, darf er ruhig etwas mitbringen: Essen, Einkäufe, praktische Hilfe. Ein Topf Suppe, ein leckeres Curry, ein Korb mit Obst sind das herzlichste Geschenk, das man einer frischgebackenen Mutter jetzt machen kann.

Dein emotionaler Zustand im Wochenbett

Nicht alle Gefühle im Wochenbett sind Glücksgefühle – und das ist völlig normal. Viele Frauen erleben in den ersten Tagen den sogenannten Baby Blues: Stimmungsschwankungen, Weinen ohne klaren Grund, ein Gefühl von Überwältigung. Das kommt vom plötzlichen Hormonabfall nach der Geburt und legt sich meistens nach wenigen Tagen wieder.

Wochenbett Vorbereitungen

Hält die Niedergeschlagenheit länger an, könnte es sich um eine Wochenbettdepression handeln. Sprich in diesem Fall offen mit deiner Hebamme – sie ist dafür ausgebildet und kann einschätzen, ob und welche Unterstützung du brauchst. Auch dein Gynäkologe/deine Gynäkologin können dir weiterhelfen und ziemlich genau einschätzen, ob es nur der typische Baby Blues ist oder eine beginnende Wochenbettdepression. Zögere bitte nicht, dir in dieser Situation schnell Hilfe zu holen. Wichtig ist zu wissen, dass dies häufiger vorkommt, als man selbst ahnt. 10-15 Prozent der Gebärenden in Deutschland erkranken an einer Wochenbettdepression.

Rückbildung nach der Geburt

Zu viel solltest du dir davon im Wochenbett noch nicht erwarten. Dein Körper braucht erst einmal Ruhe und soll sich nach der anstrengenden Geburt erholen. Leichte Nachwehen, ein verändertes Körpergefühl und der Wochenfluss sind normal. Einen Rückbildungskurs beginnst du in der Regel sechs bis acht Wochen nach der Geburt – nach vorheriger Absprache mit deiner Hebamme oder Gynäkologin.

Vorbereitung fürs Wochenbett ist Fürsorge für dich selbst

Das Wochenbett vorzubereiten bedeutet nicht, perfekt organisiert zu sein und wochenlang Listen abzuarbeiten. Es soll dir aber die Möglichkeit geben, in dieser intensiven ersten Zeit mit Baby wirklich ankommen zu können. Ein voller Kühlschrank, helfende Hände im Alltag, viel Ruhe und Erholung für deinen Körper sind jetzt das Wichtigste. Nimm dir die Zeit für ein paar organisatorisch Dinge jetzt, wo du sie noch hast. Und vor allem: Lass dir helfen von Menschen, die es gut mit dir meinen.

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