Slow Work – Warum Entschleunigung im Job perfekt für Eltern ist

Job, MUM

Uli Morant

Wir haben ständig das Gefühl, uns selbst überholen zu müssen. Doch "Slow Work" ist gerade für Eltern das richtige Alternativprogramm.

Was ist Slow Work?

Slow Work hat nichts damit zu tun langsamer zu arbeiten. Es geht vielmehr darum, seinen Arbeitsalltag bewusst zu gestalten, Pausen zu setzen, Achtsamkeit auch während des Jobs zu leben.

Die Philosophie der Arbeit wandelt sich gerade grundlegend. Vorbei sind die Zeiten der Workaholics und des Glaubens, dass ein 24/7-Modell und der damit verbundene Stress erstrebenswert sind. Vor allem die Generation Y legt sehr großen Wert darauf, dass die Work-Life-Balance ausgeglichen ist. Was heißt das konkret? Arbeiten ja, aber bitte nicht ständig im Full-Power-Level.

Bücher wie „Die Neuerfindung des Erfolgs“ von Arianna Huffington, Mitbegründerin der Huffington Post, befeuern den Trend des „Slow Work“. Huffington, die Gründerin der Huffington Post, hat selbst einen Burnout erlitten und danach ihren Arbeitsalltag radikal umgestellt. Seitdem propagiert sie eine 35-Stunden-Woche und stellt sich radikal gegen ständige Erreichbarkeit, die besonders durch Emails und soziale Medien befeuert wird. Außerdem propagiert sie auf ausreichende Ruhephasen und Schlaf zu achten. „Wir glauben immer noch, dass ein Burnout eben der Preis für den Erfolg ist“, kritisiert sie.

Burnout: Besonders Frauen sind gefährdet

In einem Interview mit qz.com wurde Arianna Huffington gefragt, was sie ändern würde um die Arbeitssituation von Frauen zu verbessern und meinte: „Trotz all der Väter, die zuhause bleiben und der Vorteile der geteilten Elternschaft leisten Frauen immer noch den Löwenanteil bei der Hausarbeit. Auch das ist ein Weg Frauen auszuschließen – oder es ihnen eben schwerer zu machen Fortschritte zu erzielen, besonders weil Frauen Stress viel mehr verinnerlichen. Tatsächlich haben Frauen in stressreichen Jobs ein 40 Prozent höheres Risiko einer Herzerkrankung“.

Wer die tägliche Arbeit etwas bewusster angeht gibt dem Körper mehr Möglichkeiten zur Regeneration. Das macht am Ende sogar produktiver, meint Gail Kinman, Professor für Psychologie an der Universität Bedfordshire. Eigentlich logisch, denn wenn das allgemeine Stresslevel sinkt, kann man auch wieder konzentrierter arbeiten. Das steigert gleichzeitig die Kreativität, man verfügt über mehr Energiereserven und ist am Ende leistungsfähiger.

Warum Slow Work uns Eltern weiter bringt

Wer bewusster arbeitet verringert die Fehlerhäufigkeit, geht präventiv gegen Burnout und andere körperliche Stressphänomene vor, steigert die eigene Kreativität, ist langfristig produktiver und bleibt energiegeladener – was gerade für den zweiten Teil des Tages, den Mütter (und auch hoffentlich immer mehr Väter) in der Regel aktiv mit ihren Kindern verbringen möchten, ein wichtiger Faktor ist.

Doch wie kann Slow Work gelingen? Hier sind die wichtigsten Punkte:

  • Erstelle Dir gleich morgens eine To-Do-Liste und rechne realistisch (also mehr Zeit) für die einzelnen Punkte ein.
  • Nimm dir regelmäßig eine kleine Pause in der du vom Schreibtisch aufstehst, vielleicht ein paar Lockerungsübungen machst oder einfach nur aus dem Fenster blickst und für einen Augenblick deinen Gedanken nachhängst.
  • Vermeide es, zwei Dinge gleichzeitig machen zu wollen.
  • Beantworte deine Emails nur zweimal am Tag zu einer möglichst festgelegten Zeit. So vermeidest du unnötige Ablenkungen und wirst nicht ständig aus dem Workflow gerissen. Das gleiche gilt natürlich für What’s app etc.
  • Triff dich zum Lunch mit anderen Kollegen. Netzwerken ist wichtig, denn wie eine alte Managerregel besagt: Nur 40 Prozent deines Erfolges hängen tatsächlich von deiner Leistung ab, 60 Prozent dagegen von einem guten Netzwerk.
  • Bevor du deinen Arbeitstag beendest, checkst du noch einmal die To-Do-Liste. Wie viel davon hast du geschafft? Wie viel davon war unrealistisch angesetzt? Was kam dir dazwischen. Versuche ganz bewusst die Zeiträuber zu identifizieren und auszuschalten.
  • Auch wenn du nicht alles auf der Liste geschafft hast, ist das kein Grund ein schlechtes Gewissen zu haben. Richte deine Ziele langfristig aus.
  • Wenn du raus aus dem Büro bist, versuche wirklich abzuschalten. Konzentriere dich auf deine Kinder, auf deine Familie und tanke Energie. Vermeide es berufliche Emails im privaten Umfeld zu checken. Dein Arbeitstag kann am nächsten Morgen wieder starten.

Slow Work beginnt bereits bei dir zuhause

Wie Arianna Huffington richtig feststellt, liegt der größte Anteil der Hausarbeit nach wie vor in weiblicher Hand. Auch hier lohnt es sich die eigenen Abläufe kritisch zu hinterfragen und vielleicht eine neue Aufteilung so mancher häuslicher Pflichten zu machen. Nur wenn du zuhause wirklich dazu kommst dich zu regenerieren, kannst du auch im Job leistungsfähig sein. Hier sind einige Tipps:

 

Der Tag war wieder einmal alles andere als „slow“. Wir haben hier 5 schnelle Anti-Stress-Tipps für Mütter.

 

Bild: unsplash

 

 

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