Zähne Schwanger

Zahnfleischbluten in der Schwangerschaft

SCHWANGERSCHAFT, Wissen

Viele Schwangere leiden unter Zahnfleischbluten. Nicht immer ist das ein Anzeichen für eine beginnende Parodontitis. Trotzdem sollten werdende Mütter auf eine umfassende Mundhygiene achten und Vorsorgetermine beim Zahnarzt einplanen.

Viele Schwangere leiden unter Zahnfleischbluten. Nicht immer ist das ein Anzeichen für eine beginnende Parodontitis. Trotzdem sollten werdende Mütter auf eine umfassende Mundhygiene achten und Vorsorgetermine beim Zahnarzt einplanen.

Sind die Hormone Auslöser für Zahnfleischbluten?

Während einer Schwangerschaft verändert sich der Hormonspiegel der werdenden Mutter schon in den ersten Wochen. Die Umwälzungen betreffen den gesamten Körper – natürlich auch das Zahnfleisch. Durch die hormonellen Einflüsse werden alle Blutgefäße durchlässiger, um die zunehmende Menge an Blut in der Schwangerschaft auch transportieren zu können. In Folge dessen wird auch das Zahnfleisch stärker durchblutet, zugleich wird es auch „weicher“.

Dies alles führt dazu, dass es auch anfälliger wird für Infektionen. Keime können sich auf dem Zahnfleisch leichter ansiedeln und Zahnfleischentzündungen hervorrufen. Dies nennt man Schwangerschaftsgingivitis.

Jede dritte Schwangere leidet unter Zahnfleischbluten

Untersuchungen in Deutschland ergaben, dass beinahe jede dritte schwangere Frau eine Zahnfleischentzündung entwickelt. Der erste (und oft auch einzige) Hinweis darauf ist häufiges Zahnfleischbluten. Schon in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten kann es dazu kommen. Gerade beim Zähneputzen fällt dies auf, vor allem wenn man selbst bei leichtem Druck aufs Zahnfleisch bereits blutet.

Das Risiko einer Zahnfleischentzündung nimmt bis zum letzten Schwangerschaftsdrittel sogar noch zu. Doch nach der Geburt entwickelt sich die Schwangerschaftsgingivitis meist auch wieder zurück.

Und nicht automatisch jede Mutter ist gefährdet. Zahnärzte sehen vor allen Dingen Rauchen, Stress und mangelnde Mundhygiene als Hauptfaktoren, einige Frauen haben aber auch eine genetische Veranlagung und sind darum stärker von einer Schwangerschaftsgingivitis betroffen.

Hat Zahnfleischbluten Auswirkungen auf das Ungeborene?

Tatsächlich gingen frühere Untersuchungen davon aus, dass eine unbehandelte Zahnfleischentzündung die Entwicklung des ungeborenen Babys nachhaltig beeinflussen kann. Parodontitis galt lange als Risikofaktor für Frühgeburten, und wurde zudem in Zusammenhang mit einem niedrigen Geburtsgewicht des Säuglings angegeben.

Neuere Erkenntnisse stellen dies jedoch wieder grundlegend in Frage und sehen keinen Zusammenhang zwischen der Schwangerschaftsgingivitis und einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt.

Zahnfleisch schwanger

Mundhygiene ist die beste Vorbeugung gegen Zahnfleischprobleme in der Schwangerschaft.

Wie und wann kann man die Zahnfleischentzündung in der Schwangerschaft behandeln?

Regelmäßige Vorsorgetermine beim Zahnarzt gehören auch in der Schwangerschaft mit dazu. Sobald es häufiger zu Zahnfleischproblemen kommt, sollte man sofort zum Zahnarzt um Schlimmeres zu verhindern.

Wenn die Entzündung unbehandelt bleibt, entstehen Zahnfleischtaschen in die sich Bakterien einnisten. Diese erreicht man auch mit der Zahnbürste nicht mehr. Bei einer fortgeschrittenen Paradontitis entwickelt sich das Zahnfleisch sogar deutlich zurück und die Zahnhälse liegen frei. Dies kann bei der Berührung mit Heißem, Süßem, Kalten oder Saurem empfindliche Schmerzen hervorrufen. Langfristig kann der Zahn sich lockern und so angegriffen werden, dass er gezogen werden muss.

Was können Schwangere vorbeugend tun?

Eine sorgfältige Mundhygiene ist gerade in der Schwangerschaft besonders wichtig. Morgens und abends Zähneputzen entfernt Zahnbelag und Bakterien. Es sollten möglichst weiche Zahnbürsten verwendet werden, um das Zahnfleisch nicht zu reizen. Zudem sollten die Zahnzwischenräume täglich mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen gereinigt werden.

Nach dem Verzehr von säurehaltigen Speisen oder Getränken sollte der Mund mit Wasser oder auch mit Mundwasser ausgespült werden. Unterwegs sorgen Zahnpflegekaugummis dafür, dass der Säurehaushalt im Mund wieder ausgeglichen wird. Auch wer unter der typischen Schwangerschaftsübelkeit leidet und sich öfter übergeben muss sollte danach den Mund mit klarem Wasser ausspülen. Danach etwa eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen warten, damit der Zahnschmelz sich von der Säure wieder regeneriert hat und nicht angegriffen wird.

Auch in der Schwangerschaft kann man übrigens ohne Bedenken einen Termin zur professionellen Zahnreinigung wahrnehmen.

Bilder: Gettyimages

 

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