Top-Manager oder Profi-Fußballer? Wie Vornamen unser Leben beeinflussen

BABY, Wissen

Fenke Gabriel-Schwan

Sich auf einem Vornamen für das Baby zu einigen, ist für manche Eltern ganz schön schwierig. Die Geschmäcker sind oft verschieden und bei etwas so wichtigem wie dem Namen gibt keiner schnell nach. Glaubt man einigen Studien, sollte man bei der Wahl des Vornamen nicht nur darauf schauen, ob er einem persönlich gefällt, sondern auch welchen Ruf der Name hat und welche Chancen er ermöglicht. Doch können Vornamen tatsächlich die Zukunft unserer Kinder beeinflussen?

Gute Namen, schlechte Namen

Kevin ist eindeutiger Spitzenreiter unter den Vornamen, die mit Vorurteilen belegt sind. Kevins gelten als leistungsschwach, verhaltensauffällig und kommen wahrscheinlich aus dem Osten. „Kevin ist kein Name sondern eine Diagnose“ musste sich wohl jeder Träger des beliebtesten Vornamens des Jahres 1991 schon mal anhören. Auch wenn wir wissen, dass das alles nur Klischees sind, hat eine Studie der Universität Oldenburg gezeigt, dass es Vornamen gibt, mit denen wir unseren Kindern keinen Gefallen tun. Sie offenbarte, dass Grundschullehrer anhand der Namen Rückschlüsse auf Verhalten und Leistung der Kinder ziehen. Charlotte, Sophie, Marie, Hannah, Alexander, Maximilian, Simon, Lukas und Jakob sind Beispiele für Namen mit positiver Konnotation. Als negativ werden Chantal, Mandy, Angelina, Kevin, Justin und Maurice wahrgenommen. Das geht sogar soweit, dass Lehrer einem Kevin nicht nur weniger zutrauen als einem Maximilian, sie bewerten ihn auch schlechter. Es gibt also tatsächlich Namen, mit denen es Kinder einfacher haben.

Von wegen Schall und Rauch

Namen losen Emotionen bei uns aus und lassen in unseren Köpfen automatisch Bilder entstehen. Was ist an ihnen dran? Ob ein Kind Justus oder Justin heißt, ermöglicht tatsächlich Rückschlüsse auf seine Herkunft. Akademiker wählen bevorzugt klassische und traditionelle Namen wie Leopold, Ferdinand, Hannah oder Josefine. Mitglieder aus einfacheren Bildungsschichten lassen sich lieber von Modenamen aus Film und Musikwelt inspirieren, die gerne amerikanisch ausfallen. Ebenso erlauben Vornamen meist Rückschlüsse über das Alter. Eine Elfriede wird älter sein als eine Leonie, ein Werner älter als ein Yannick. Ausnahmen gibt es natürlich immer, so ist seit den vergangenen Jahren Karl keinesfalls mehr ein Name, der automatisch der Großelterngeneration zugeordnet wird. Dennoch sollten Eltern sich bewusst sein: Der Wahl des Vornamens ist entscheidend für die soziale Wahrnehmung.

Welche Vornamen versprechen Erfolg?

Eine Studie des Jobportals Adzuna hat jüngst analysiert, wie die Top-Verdiener hierzulande heißen. Bei den Männern führt Dirk das Ranking vor Rainer und Jürgen an, bei den Frauen ist Sabine an Platz 1 vor Susanne und Claudia. Insgesamt zeigte sich, dass Menschen mit einsilbigen Vornamen mehr verdienen als Kollegen mit mehrsilbigen oder Doppelnamen. Zu diesem Ergebnis kam auch die Namensagentur Endmark: Ihr Fazit lautet, dass kurze, einprägsame Vornamen in der Berufswelt von Vorteil sind, da sie einprägsamer sind und so den Personalern leichter im Gedächtnis bleiben. Wirft man einen Blick auf die Top-Manager Deutschlands, stellt sich heraus, dass Stefan und Thomas die häufigsten Vornamen unter den DAX-Vorständen sind. Dies verwundert allerdings nur wenig, da die meisten DAX-Vorstände in der 50er- und 60er-Jahren geboren wurden und damals Stefan und Thomas zu den beliebtesten Vornamen zählten. In 40 Jahren heißen die Top-Manager dann wahrscheinlich bevorzugt Ben, Lukas oder Leon. Solche Studien sind also mit Vorsicht zu genießen, allerdings könnte etwas dran sein an der Beobachtung mit den kurzen und einfachen Namen.

Wie heißen Fußballprofis?

Wünschen sich Eltern für ihr Kids keine Karriere als Manager, sondern als Fußballer, kann dies auch mit der Namenswahl beeinflusst werden. Das Vergleichsportal Netzsieger hat die letzten 10 Spielzeiten der 1. Bundesliga analysiert und so die Antwort auf die Frage, welches der beste Vorname für Kinder mit Kicker-Ambitionen ist. Es gibt drei Namen, die 10 Prozent der Spieler im Untersuchungszeitraum tragen: Markus, Johannes und Daniel. Der mit Abstand häufigste Name der Bundesliga-Profis ist Markus mit den Variationen Marco, Marcel und Marek. Auf Platz 2 folgt der Name Johannes mit den Abwandlungen Ivica, Ioannes und Juan. Mit großem Abstand folgt dann Daniel. Interessanter Side-Fact: Unter den 10 häufigsten Vornamen der Bundesliga tummeln sich acht mit biblischem Ursprung. Neben dem Namen hat laut der Studie auch der Geburtsmonat Einfluss auf die fußballerischen Qualitäten: Die meisten Spieler wurden im Januar und März geboren, dahinter folgt der Februar.

Foto: Pixabay

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