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Schwanger Coronavirus

Coronavirus: Was Schwangere jetzt wissen sollten

SCHWANGERSCHAFT, Wissen, Wohlf√ľhlen

Das neue Coronavirus beherrscht im Moment die Schlagzeilen und hat entscheidende Auswirkungen auf unseren Alltag. Was gerade Schwangere jetzt beachten sollten, erfahrt ihr hier.

Was ist das neue Coronavirus ?

Coronaviren gibt es bereits seit Anfang der 2000er Jahre. Jetzt ist ein neuer Typ des Virus aufgetaucht. Das sogenannte SARS-CoV-19 verursacht in der Regel beim Menschen Krankheiten, die sich haupts√§chlich mit Erk√§ltungssymptomen bemerkbar machen. Diese Krankheit nennt man COVID-19. Bei einem schweren Verlauf kann es zu einer Lungenentz√ľndung kommen. Normalerweise aber klagen Erkrankte √ľber trockenen Husten, Fieber, √úbelkeit, teilweise auch √ľber Durchfall und Appetitlosigkeit.

Vor allem in China grassierte das Virus in verschiedenen Provinzen Anfang des Jahres. Danach breitete es sich √ľber die ganze Welt aus. Norditalien ist besonders stark betroffen, ebenso Spanien und die USA. Aber auch in Deutschland steigt die Zahl der Infizierten von Woche zu Woche. Wissenschaftler sprechen von einer Pandemie.

Gegen den Virustyp gibt es noch keine sch√ľtzenden Impfungen. Auch ob und wie lange man nach einer Infektion immun ist, ist noch unklar.

Ist das Coronavirus f√ľr Schwangere gef√§hrlich?

Laut Robert Koch Institut¬† haben Schwangere kein erh√∂htes Risiko f√ľr einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Ansteckung. Das Institut beruft sich dabei auf Informationen der WHO und Daten aus China. Bislang gibt es auch keine Hinweise darauf, dass die Krankheit auf das Kind im Mutterleib √ľbertragbar ist.

Der Berufsverband der Frauen√§rzte erwartet bei einer Erkrankung von Schwangeren leichte oder mittelschwere Symptome. Diese d√ľrften √§hnlich ablaufen wie eine Erk√§ltung oder Grippe. Schwangere die bestimmte Vorerkrankungen haben, geh√∂ren allerdings zur Risikogruppe. Das gilt f√ľr Herz- oder Lungenerkrankungen und andere Vorerkrankungen. Wenn du zu dieser Risikogruppe geh√∂rst, ist ein Gespr√§ch mit deinem Arzt sinnvoll. Au√üerdem solltest du gerade dann die folgenden Schutzhinweise beachten.

So kann man sich vor einer Infektion sch√ľtzen?

Das Wichtigste ist, sich die H√§nde regelm√§√üig und gr√ľndlich zu waschen und (im Moment) gro√üe Menschenmengen zu vermeiden. Viele Arbeitgeber schicken ihre Angestellten vorsorglich ins Homeoffice, um sie vor einer Ansteckung zu sch√ľtzen. In ganz Deutschland gibt es bereits Ma√ünahmen, die das Ansteckungsrisiko eind√§mmen sollen.

Ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen wird geraten. Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln solltest du vor allem zur Rushhour oder am besten ganz vermeiden.

Als gesunde Schwangere ist man nicht mehr gefährdet sich anzustecken als jeder andere. Trotzdem sollte man engen Kontakt mit Personen unterlassen, die Erkältungssymptome aufweisen.

Was ist, wenn ich als Schwangere in die Selbstisolation muss?

Wer aus besonders stark gef√§hrdeten Regionen wieder nach Deutschland zur√ľck kommt, kann zur Selbstisolation aufgefordert werden. Das hei√üt man sollte 14 Tage zuhause bleiben und m√∂glichst keinerlei Kontakt zu anderen Personen haben. Auch Menschen, die in Kontakt mit jemandem waren der bereits an Corona erkrankt ist, m√ľssen zwei Wochen zuhause bleiben.

Das bedeutet konkret Folgendes:

  • nicht zur Arbeit oder in die √Ėffentlichkeit gehen
  • keine √∂ffentlichen Verkehrsmittel benutzen
  • keine Besuche empfangen
  • sich von Personen die mit im Haushalt leben m√∂glichst getrennt aufhalten
  • eigene Handt√ľcher, Geschirrt√ľcher etc. verwenden
  • die Mahlzeiten zu unterschiedlichen Zeiten einnehmen wie der Rest der Familie
  • Besorgungen erledigen lassen und die Eink√§ufe am besten ohne Kontakt vor der Wohnungst√ľr abgestellt werden

Wenn du in die Selbstisolation gehen musst, informiere in jedem Fall deinen Frauenarzt und/oder deine Hebamme. Meist können die vorgeburtlichen Untersuchungen ohne Probleme etwas hinausgezögert werden.

Wenn innerhalb der zwei Wochen Krankheitssymptome auftreten, muss ein Test gemacht werden. Wenn du positiv getestet wurdest, solltest du dich umgehend bei deinem Frauenarzt und deiner Hebamme melden und beide erneut informieren. Wenn keine Vorerkrankungen bestehen und der Krankheitsverlauf milde ist, kannst du dich einfach zuhause erholen und mit deiner Allgemeinarztpraxis in Kontakt bleiben.

Unwohlsein oder Komplikationen während der Selbstisolation

Am besten legst du mit deinem Frauenarzt schon vorab fest, was im Ernstfall passieren wird oder muss. Viele Frauenärzte geben ihren Patientinnen eine Mobilnummer, unter der sie auch außerhalb der Praxiszeiten erreichbar sind. Auch die Hebamme ist ein wichtiger Kontakt.

Mit dem Frauenarzt solltest du besprechen, welches Krankenhaus in Frage k√§me, welche Unterlagen du mitf√ľhren musst und wie du im Ernstfall ins Krankenhaus kommen kannst. Der Verband der Frauen√§rzte empfiehlt Schwangeren im Moment keine allgemeinen Sprechstunden oder Notaufnahmen von Kliniken aufzusuchen ‚Äď es sei denn es kommt zu einem echten Notfall (zum Beispiel fr√ľhzeitige Wehen) und man braucht wirklich dringend medizinische Versorgung.

Wenn du dich w√§hrend der Selbstisolation unwohl f√ľhlst, solltest du umgehend mit deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme telefonieren. Viele kleine Unp√§sslichkeiten haben nichts Schlimmes zu bedeuten, wie zum Beispiel die sogenannten Vorwehen. Frauenarzt und Hebamme k√∂nnen anhand der geschilderten Beschwerden ziemlich genau feststellen, ob es sich um harmlose oder wirklich schwerwiegende Dinge handelt.

Kann ich trotz Selbstisolierung den Geburtsort frei wählen?

Schwangeren Frauen mit einem Verdacht auf eine Infektion oder mit best√§tigter Coronavirus-Infektion sollten zur Geburt eine Klinik aufsuchen. Am besten eine mit einer Neonatologie, falls es zu Komplikationen kommen sollte. In der Klinik kann das Baby kontinuierlich elektronisch √ľberwacht und der Sauerstoffgehalt st√ľndlich gepr√ľft werden.

Die kontinuierliche √úberwachung dient dazu, zu √ľberpr√ľfen, wie das Baby auf die Wehen reagiert. Dies kann nur in einem Krankenhaus gew√§hrleistet werden. Eine Hausgeburt oder ein Geburtshaus scheiden also aus.

Allerdings gibt es im Moment keine Hinweise darauf, dass bei einem Verdacht auf eine Infektion nicht normal entbunden werden kann. Nur falls du an Atemwegserkrankungen leidest, die dich zu sehr einschr√§nken, w√ľrden die √Ąrzte einen Kaiserschnitt empfehlen eventuelle Komplikationen zu vermeiden.

Schwangere können bei der Entbindung trotz Verdacht einer Corona-Infektion eine PDA bekommen. Allerdings wird von der Verwendung von Lachgas abgeraten, weil das die Ausbreitung des Virus erhöhen könnte.

Kann ich mein Baby mit dem Coronavirus anstecken?

Es gibt noch keine verl√§sslichen Informationen √ľber die Ansteckung von Mutter zu Baby. Der Verband der Frauen√§rzte e. V. sagt: „Es gibt jedoch keine Berichte dar√ľber, dass Frauen, bei denen im dritten Schwangerschaftstrimester eine Coronavirus Infektion diagnostiziert wurde, das Virus im Mutterleib an ihre Babys weitergegeben haben. Die Datenbasis ist hier sehr gering. Bei 20 F√§llen wurde bei den Neugeborenen kein Virus nachgewiesen. Alle Infektionen sind im 3. Trimenon erfolgt.“

Trotzdem wird das Baby bei einer Infektion der Mutter oder bei dem Verdacht einer Infektion vorsorglich auf das Virus getestet.

Rooming-In und Stillen bei Coronainfektionen

Wenn es dem Baby gut geht und es nicht in der Neugeborenenstation zus√§tzlich versorgt werden muss, kannst du bei deinem Baby bleiben. Das ist der jetzige Stand den die Frauen√§rzte bei der aktuellen Datenlage haben. Auch Stillen ist m√∂glich, denn im Moment gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass das Virus √ľber die Muttermilch √ľbertragen wird. Daher gehen die √Ąrzte davon aus, dass die Vorteile des Stillen in jedem Fall √ľberwiegen.

Allerdings solltest du dann ganz besonders auf Hygiene achten. Das heißt, häufiges Händewaschen und zusätzlich einen Mundschutz beim Stillen tragen um eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion zu verhindern.

Diese Empfehlungen k√∂nnen sich auch √§ndern, sobald die √Ąrzte mehr √ľber das Coronavirus wissen.

Darf der Vater mit zur Geburt?

Viele Geburtskliniken hatten zun√§chst sehr strenge Einschr√§nkungen und V√§ter durften nicht mit zur Geburt. Inzwischen jedoch haben die meisten diese Vorgabe wieder gelockert ‚Äď auch aufgrund des Drucks aus der √Ėffentlichkeit. Allerdings ist machen Krankenh√§usern vorgeschrieben, dass die V√§ter einen Mundschutz tragen m√ľssen, den sie zuvor selber besorgen. Aber auch das variiert im Moment stark und l√§sst sich nicht generell beantworten.

Und auch wenn die V√§ter wieder mit in den Krei√üsaal d√ľrfen, auf die Station k√∂nnen sie danach nicht wegen des allgemeinen Ansteckungsrisikos. Er muss also nach der Entbindung wieder Abschied nehmen von seiner jungen Familie.

Bild: Gettyimages

 

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