Pigmentflecken in der Schwangerschaft? So könnt ihr sie vermeiden

Pigmentflecken in der Schwangerschaft? So könnt ihr sie vermeiden

Pflege, SCHWANGERSCHAFT

Sommer, Sonne und Pigmentflecken: Insbesondere in der Schwangerschaft ist unsere Haut sehr empfindlich. Bei zu viel Sonne können schnell unschöne Pigmentflecken entsehen. Was man dagegen tun kann, erfahrt ihr hier.

Spoiler: Sonnencreme wird jetzt zu eurem besten Freund – und zwar das ganze Jahr über!

Schwanger sein ist aufregend, wunderschön und manchmal auch… naja, überraschend. Während die einen mit Heißhunger auf saure Gurken kämpfen, entdecken die anderen plötzlich kleine braune Flecken im Gesicht. Welcome to the club! Diese Pigmentflecken, auch Melasmen genannt, sind eine der häufigsten Beauty-Nebenwirkungen der Schwangerschaft – und ihr seid definitiv nicht allein damit.

Wenn die Hormone Kunst auf eurem Gesicht malen

Beauty-Probleme in der Schwangerschaft sind keine Seltenheit. Eine Begleiterscheinung der hormonellen Umstellung ist die Hyperpigmentation der Haut. Sie macht sich durch kleine braune Flecken bemerkbar, die man umgangssprachlich als Altersflecken kennt. Das Gute: Pigmentflecken oder auch Melasmen um die Mundpartie sind harmlos und bilden sich nach der Schwangerschaft meist von selbst zurück.

Aber sind wir ehrlich: „Wird schon wieder weggehen“ ist nicht unbedingt das, was wir hören wollen, wenn wir morgens in den Spiegel schauen und uns nicht wiedererkennen. Deshalb haben wir mit Hautärztin Dr. Kristin Kanja gesprochen und alle wichtigen Infos zusammengetragen, für alle, die nicht einfach abwarten wollen.

Pigmentflecken vermeiden: Das rät die Expertin

Wir haben mit Hautärztin Dr. Kristin Kanja aus Düsseldorf über Pigmentflecken in der Schwangerschaft gesprochen und sie gefragt, was ihr dagegen unternehmen könnt.

Warum ist die Haut in der Schwangerschaft so viel anfälliger für Pigmentflecken?

Dr. Kristin Kanja: Durch den veränderten Hormonspiegel in der Schwangerschaft, insbesondere durch den Anstieg des Progesterons und des Östrogens, kommt es zu einer verstärkten Stimulation der Melanozyten. So heißen die Pigment bildenden Zellen, die somit auch verantwortlich für eventuelle Pigmentstörungen sind.

Welche Art der Hyperpigmentierung ist während der Schwangerschaft am häufigsten?

Am häufigsten tritt in der Schwangerschaft ein Melasma auf. So bezeichnet man eine Pigmentstörung der Gesichtshaut, meist dunklere Hautstellen an Stirn, Schläfen, Wangen, Kinn und Oberlippe. Ausgelöst werden kann es durch die weiblichen Geschlechtshormone, also Östrogen- und Gestagenwirkungen, und die Sonne. Ein Melasma während der Schwangerschaft bildet sich oft nach der Entbindung langsam wieder zurück.

Ist es nicht so, dass Hyperpigmentierungen aufs Konto der UV-B Strahlen gehen, die uns vor allem in den Sommermonaten treffen?

Die UV-B-Strahlen sind energiereich, dringen aber nur bis in die Oberhaut ein. Dort sind sie mitverantwortlich für die Verdickung der Hornhaut, die sogenannte Lichtschwiele, die die Haut vor der Sonne schützt. Außerdem kurbeln sie die Vitamin-D-Synthese an und sorgen für den Neuaufbau von Pigment und damit für die Hautbräune. Zu hohe UV-B-Strahlung kann allerdings gefährliche Folgen haben. Sie ist hauptsächlich für Sonnenbrände verantwortlich, kann außerdem Pigmentschäden und in den Zellen der Oberhaut Krebs auslösen.

Weitere Tipps, wie du Pigmentflecken vermeidest

Sonne meiden in der Mittagszeit

So sehr wir die warmen Strahlen auch lieben, in der Schwangerschaft ist Schatten angesagt. Besonders die Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr ist zu meiden, denn hier ist das Risiko für Sonnenschäden einfach viel zu hoch! Legt also Eure Outdoor-Akivitäten wie Sport, Spazierengehen, Gartenarbeit oder Erledigungen auf den Vormittag oder den Nachmittag. Und keine Sorge: Eine leichte Sommerbräune bekommt ihr trotzdem – es dauert nur etwas länger, ist aber viel hautfreundlicher und minimiert das Risiko für Anzeichen einer frühen Hautalterung, wozu auch Pigmentflecken gehören.

Foto: gettyimages

Prävention ist der beste Schutz

Jetzt kommt der Teil, den ihr euch vielleicht schon gedacht habt: Um sich bestmöglich vor den UVA und UVB-Strahlen zu schützen, ist Sonnenschutz unverzichbar. Und das nicht nur vor dem Sonnenbad oder dem geplanten Aufenthalten im Freien, sondern jeden Tag!

Ja, auch im Winter. Ja, auch wenn’s bewölkt ist. Ja, auch wenn ihr „nur kurz“ rausgeht. UV-Strahlen sind das ganze Jahr über da und in der Schwangerschaft ist eure Haut besonders empfänglich für ihre Wirkung.

Die Sonnencreme sollte einen hohen Schutzfaktor haben, bestenfalls 30 oder sogar 50. Sie wird als letzter Step in der Hautpflegeroutine am Morgen aufgetragen oder kann die Tagescreme ersetzen. Wichtig: Gesicht, Hals, Dekolleté und Hände gründlich und ausgiebig eincremen.

Good News: Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Produkte – von der Tagescreme mit LSF, der klassischen Sonnencreme fürs Gesicht oder Sun Drops, die der Tagescreme beigemischt werden können. Die Produkte fetten und weißeln nicht mehr wie früher (Gott sei Dank!). So findet jede Schwangere ihr Lieblingsprodukt.

Unsere Produktempfehlungen für jeden Typ:

 

1. Praktisch: Sonnencreme Stick LSF 50 von Annemarie Börlind mit Anti-Aging-Wirkstoffen

2. Für den Alltag: Daily SPF 50+ Sun Drops von Uncorrupted Beauty.

3. Bei sensibler Haut: Ready to go Sunfluid 50+ von Huut.

4. Hydriert die Haut beim Sonnenschutz: Hydrating Protecting Moisturizing Lotion SPF 50 von Ahava.

5. Speziell gegen Pigmentflecken: Sonnenpflege Hyaluron Anti-Pigment LSF 50 von Medipharma.

6. Bei sensibler Haut: Sensitiv Sonnencreme LSF 50 von Jean & Len.

Accessoires sind eure Freunde

Neben Sonnencreme gibt’s noch weitere Helfer im Kampf gegen die Pigmentflecken: Ein stylisher Sonnenhut oder eine coole Cap schützen nicht nur euer Gesicht, sondern sehen auch verdammt gut aus. Große Sonnenbrillen sind nicht nur ein Fashion-Statement, sondern schützen auch die empfindliche Augenpartie. Und leichte, langärmelige Kleidung aus natürlichen Stoffen wie Leinen hält euch nicht nur kühl, sondern schirmt auch UV-Strahlen ab.

Denkt dran: Schwangerschafts-Glow ist toll, aber ihr müsst ihn nicht mit Sonnenschäden erkaufen!

Akuthilfe bei Hyperpigmentierung

Okay, ihr habt alles richtig gemacht und trotzdem zeigen sich Pigmentflecken? Bilden sich trotz aller Vorsorge Pigmentflecken, kann das auch an den Genen liegen. Denn die Veranlagung dafür ist vererbbar. Don’t beat yourself up – manchmal spielt die Genetik einfach nicht mit.

Beautyprodukte mit aufhellenden Wirkstoffen können nun helfen. Aber Achtung: Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist von Alpha-Hydroxysäuren, Beta-Hydroxysäuren, Polyhydroxysäuren, Hydrochinon, Arbutin und Kojisäure abzusehen.

Was geht: Besser geeignet sind Produkte mit hochkonzentriertem Vitamin C und Pflanzenextrakten, die die Melaninproduktion ausgleichen. Vitamin C ist übrigens ein echter Allrounder – es hellt nicht nur auf, sondern schützt die Haut auch vor freien Radikalen und unterstützt die Kollagenproduktion. Win-win-win!

Sind die Pigmentflecken hartnäckig, kann nach der Entbindung eine Laserbehandlung helfen. Aber in den meisten Fällen verblassen die Flecken von selbst, sobald sich euer Hormonhaushalt wieder eingependelt hat.

Unsere Produkttipps mit schwangerschaftssicheren Wirkstoffen:

 

1. Für die Pflege am Morgen: Glow and Protect Serum von Gitti.

2. Hellt Pigmentflecken auf: Galactomyces Pure Vitamin C Glow Serum von Some By Mi.

3. Mit vielen Anit-Aging-Benefits: Vitamin C Glow Feuchtigkeitscreme von M.Asam.

4. Entfernt ganz sanft Verhornungen:  Refining Enzym Vitamin C Cleanser von Babor.

5. Für sensible Haut: Enzym Peeling Powder von Santaverde.

6. Für den schnellen Anti-Pigmentflecken-Kick: Vitamin C Tuchmaske von Schaebens.

Der Selbstbräuner-Trick: Bräune ohne Risiko?

Für alle, die sich einen Sun Kissed-Teint ganz ohne UV-Strahlung wünschen, sind Selbstbräuner eine Alternative. Klingt verlockend, oder? Einfach aufgetragen, und schon sieht man aus, als käme man gerade aus dem Urlaub – ohne Pigmentflecken-Risiko.

Aber: Allerdings solltet ihr die Verwendung mit eurer Ärztin abklären, da es keine gesicherte Studie darüber gibt, ob bestimmte Wirkstoffe in den Selbstbräunern dem Fötus schaden können. Der Hauptwirkstoff DHA (Dihydroxyaceton) gilt zwar als unbedenklich, aber bei der Anwendung im Gesicht könnten Dämpfe eingeatmet werden – und in der Schwangerschaft wollen wir lieber auf Nummer sicher gehen.

Ein Blick auf die INCI-Liste verrät mehr – nutzt die App Codecheck und Toxfox zur Entschlüsselung der einzelnen Inhaltsstoffe. So wisst ihr genau, was in eurem Produkt steckt.

Falls ihr grünes Licht von eurer Ärztin bekommt:

1. Sorgt für zarte Bräune und Feuchtigkeit: Self Tanning Hyaluron Serum von Shamanic.

2. Bräune ohne Sonnenlicht: Self Tan Drops von Marbert.

3. Ein Tropfen Sonnenschein: Soleil Self Taning Drops von La Biosthetique.

Die wichtigsten Fragen zu Pigmentflecken:

Gehen die Flecken wirklich wieder weg?

In den meisten Fällen: Ja! Bei etwa 70 Prozent der Frauen verblassen die Schwangerschafts-Melasmen innerhalb eines Jahres nach der Geburt deutlich oder verschwinden komplett. Geduld ist hier wirklich eine Tugend.

Kann ich mit Make-up nachhelfen?

Absolut! Ein guter Concealer oder eine abdeckende Foundation können Wunder wirken. Achtet aber darauf, dass auch euer Make-up einen Lichtschutzfaktor hat – oder tragt Sonnencreme darunter auf.

Muss ich auch im Haus Sonnencreme tragen?

Wenn ihr nah am Fenster sitzt oder viel Tageslicht abbekommt: Ja, definitiv! UVA-Strahlen durchdringen Glas problemlos und sind hauptverantwortlich für Pigmentierung.

Was ist mit Vitamin D?

Gute Frage! Für die Vitamin-D-Produktion reichen schon 10-15 Minuten Sonne auf Armen und Beinen – und das am besten vor 11 Uhr oder nach 15 Uhr. Euer Gesicht muss dafür nicht ungeschützt sein. Bei Bedarf könnt ihr auch mit eurer Ärztin über Vitamin-D-Supplemente sprechen.

Entspannt bleiben, aber clever schützen

Pigmentflecken in der Schwangerschaft sind nervig, aber kein Weltuntergang. Sie sind ein Zeichen dafür, dass in eurem Körper gerade Großes passiert – auch wenn das nicht unbedingt ein Trost ist, wenn man morgens in den Spiegel schaut.

Die gute Nachricht: Mit konsequentem Sonnenschutz könnt ihr viel tun, um Pigmentflecken zu vermeiden oder zumindest in Grenzen zu halten. Und selbst wenn sie auftreten, verschwinden sie in den allermeisten Fällen wieder von selbst. In der Zwischenzeit? Sonnenhut auf, Sonnenbrille an, und ab in den Schatten – ihr rockt das!

Lest auch unsere 12 schnellen Beauty-Hacks, mit denen ihr morgens im Bad Zeit sparen könnt.

 

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