7 Tipps fürs Homeoffice: So klappt das Arbeiten zuhause
Job, MUM, Ratgeber
Flexibles Arbeiten im Homeoffice klingt für viele wie das Paradies auf Erden. Aber es ist Typsache, ob man zu Hause besonders produktiv ist oder ob die fehlende Kontrolle zum Trödeln verleitet. Auch sehen manche Vorgesetzte dieses Arbeitsmodell nicht gerne, da sie ihren Angestellten misstrauen und vermuten, dass diese ohne Überwachung weniger produktiv sind. Nicht selten erhält man für die im Homeoffice geleistete Arbeit weniger Anerkennung, obwohl man unter’m Strich mehr Zeit vor dem Rechner sitzt. Ihr solltet euch also gut überlegen, ob das Arbeiten von zu Hause aus das Richtige für euch ist.
Gerade für Working Mums ist dieses flexible Modell aber oft das einzig Mögliche. Anders sind Kinder und Job häufig nicht unter einen Hut zu bringen. Damit das Homeoffice ein Erfolg wird und nicht im Frust endet, haben wir sieben Tipps fürs Homeoffice zusammengestellt, damit ihr effizient und produktiv in den eigenen vier Wänden arbeiten könnt.

1. Den Arbeitsplatz richtig einrichten
Die Ausstattung eures Homeoffice ist entscheidend für produktives Arbeiten. Wer dauerhaft am Küchentisch arbeitet, wird schnell merken: Das geht auf Dauer auf den Rücken. Ein fester Arbeitsplatz in der Wohnung ist daher unverzichtbar, auch wenn kein separates Arbeitszimmer zur Verfügung steht. Idealerweise richtet ihr euch einen ergonomisch sinnvollen Arbeitsplatz ein.
Ein guter Bürostuhl, der eine gesunde Körperhaltung unterstützt, ist Gold wert. Insbesondere im Homeoffice, wo ihr viele Stunden am Tag sitzt, lohnt sich diese Investition. Wenn möglich, sollte auch ein höhenverstellbarer Schreibtisch oder zumindest ein ausreichend großer Monitor zur Ausstattung gehören. Auch die Ergonomie spielt eine wichtige Rolle um schmerzhafte Fehlhaltungen vorzubeugen: Der Bildschirm sollte auf Augenhöhe stehen, die Arme im rechten Winkel auf dem Schreibtisch liegen können.
Ordnung am Arbeitsplatz hilft übrigens auch dabei, den Überblick zu behalten und konzentriert zu bleiben. Wenn euer Arbeitgeber die nötigen Arbeitsmittel nicht zur Verfügung stellt, lohnt es sich, nachzufragen, ob er sich an den Kosten beteiligt.
2. Klare Strukturen schaffen und Grenzen setzen
Das Arbeiten von zu Hause aus kann dazu verleiten, dass man schon in Jogginghose oder Pyjama auf der Couch arbeitet oder noch spät abends eine Präsentation fertig machen will. Das führt zu einer Vermischung von Arbeit und Privatleben, die nicht guttut. Die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit ist gerade im Homeoffice wichtig, damit ihr langfristig produktiv bleiben könnt.
Macht euch morgens fertig, als würdet ihr ins Büro gehen. Schafft euch einen festen Arbeitsplatz in der Wohnung, das erleichtert das Umswitchen in den Arbeitsmodus. Definiert außerdem klare Arbeitszeiten und haltet euch daran. Wer von zu Hause arbeitet, neigt dazu, die Pause ausfallen zu lassen oder schnell etwas nebenbei am Rechner zu futtern. Das ist weder gesund noch gut für die Konzentration.
Plant deshalb regelmäßig feste Pausen ein. Eine kurze Runde um den Block, frische Luft oder eine kleine Sporteinheit können Wunder wirken. Und wenn der Arbeitstag vorbei ist: Feierabend ist Feierabend. Schließt den Laptop und schaltet ab, damit Arbeit und privaten Zeit nicht ineinander verschwimmen.

3. Zu Hause sein heißt nicht frei haben
Freunde rufen tagsüber an, weil sie denken, wer zu Hause ist, hat auch Zeit für einen kleinen Tratsch. Der Partner beteiligt sich weniger am Haushalt, weil er denkt, ihr seid ja zu Hause und könnt quasi nebenbei die Spülmaschine ausräumen und die Wäsche machen. Anfangs denkt ihr euch vielleicht: Macht ja nix, die Arbeitszeit kann man ja abends flexibel dranhängen. Besser nicht!
Macht Freunden und Familie klar, dass ihr nicht immer ansprechbar seid. Nur so lernen sie, dass auch Homeoffice richtige Arbeit bedeutet. Diese Grenze zu setzen ist wichtig für eure Produktivität und für eine gute Arbeitsatmosphäre. Kommuniziert eure Arbeitszeiten deutlich und bittet um Respekt dafür.
4. Den Arbeitstag im Homeoffice strukturieren
Eins ist klar: Mit Kindern zu Hause lässt sich Ablenkung nie ganz vermeiden. Statt aber den ganzen Tag über den Rechner laufen lassen und sich immer wieder durch Kochen, Kinder zum Sport bringen etc. rausreißen lassen, definiert lieber klare Zeitfenster, in denen ihr arbeitet. Diese Schichtdienst-Mentalität hilft, den Arbeitsalltag zu strukturieren und sowohl der Arbeit als auch den Kindern gerecht zu werden.
Die Kinder sind für drei Stunden im Kindergarten? Dann nutzt diese Zeit effektiv und konzentriert. Anschließend könnt ihr bewusst eine zweistündige Auszeit nehmen, in denen ihr euch nur euren Kindern widmet, ohne zwischendurch mal schnell die Mails zu checken. Am Nachmittag bestimmt ihr noch mal zwei Stunden, in denen ihr fokussiert arbeitet.
Wenn die Kids lernen, dass Mama für eine bestimmte Zeit nicht gestört werden will, sonst aber für sie ansprechbar ist, können sie meist gut damit umgehen. Hier kann auch ein Schild an der Tür helfen, um zu signalisieren, dass Mama gerade eine Auszeit braucht. Diese klare Struktur hilft übrigens auch beim Priorisieren: Welche To-dos müssen wirklich heute erledigt werden?

5. Kleine Kollegen im Homeoffice
Wenn die Kids zu Hause sind und Mama muss arbeiten, wird den Kleinen schnell langweilig. Da sie es lieben, die Tätigkeiten der Eltern zu imitieren, kann ein eigener Arbeitsplatz für die Minis eine gute Idee sein. Während ihr arbeitet, können die Kinder an ihrem Schreibtisch sitzen, Büro spielen und malen oder basteln.
Es gibt auch Kinder-Laptops aus Holz, an denen die Kleinen der Mama nacheifern können. So haben sie das Gefühl, auch wichtig zu sein und Teil der Arbeitswelt zu werden. Das kann die Akzeptanz dafür erhöhen, dass Mama gerade beschäftigt ist.
6. Kontakt zu Kollegen halten und soziale Kontakte pflegen
Wer viel im Homeoffice arbeitet, muss aufpassen, nicht den Kontakt zu den Kollegen und zum Chef zu verlieren. Auch darf man nicht unterschätzen, dass der kreative Austausch mit den Kollegen fehlt. Was im Büroalltag ganz selbstverständlich in der Kaffeeküche bei Kaffeepausen passiert, muss im Homeoffice bewusst organisiert werden.
Zum Glück macht die moderne Technik virtuelle Meetings und Calls per Videokonferenz möglich. Nutzt diese regelmäßig, um ein Update zu geben und auch von euren Erfolgen zu berichten. Gleichzeitig können neue Aufgaben verteilt und Absprachen getroffen werden. Die Kollegen merken so, dass ihr aktiv mitarbeitet und am Ball bleibt.
Halten Sie Kontakt, auch informell. Ein kurzer virtueller Kaffee-Plausch zwischendurch kann helfen, in Verbindung zu bleiben und sich nicht isoliert zu fühlen. New Work bedeutet nicht, auf menschlichen Austausch zu verzichten, sondern ihn neu zu gestalten.

7. Mit Listen und Prioritäten arbeiten
Wie so oft sind auch beim Arbeiten im Homeoffice To-Do-Listen sehr zu empfehlen. Sie helfen, die anliegenden Aufgaben zu strukturieren und Prioritäten zu setzen. Welche Tasks sind wirklich dringend? Was kann warten? So könnt ihr auch überprüfen, wie effektiv ihr wart und ihr behaltet die Deadlines im Blick.
Gerade wenn ihr zwischen Kindern, Haushalt und Arbeit jongliert, hilft es, alles aufzuschreiben. Das verhindert, dass wichtige Dinge untergehen, und gibt euch am Ende des Tages ein gutes Gefühl, wenn ihr sehen könnt, was ihr alles geschafft habt. Und dann ist auch mal Feierabend!
Homeoffice produktiv gestalten
Das Home-Office bietet viele Chancen, insbesondere für berufstätige Mütter. Mit der richtigen Ausstattung, klaren Strukturen und bewussten Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben lässt sich die Arbeit im Homeoffice erfolgreich gestalten. Wichtig ist, dass ihr euch nicht scheut, für eure Bedürfnisse einzustehen und sowohl gegenüber der Familie als auch gegenüber Kollegen und Vorgesetzten klar zu kommunizieren.
Mit einem ergonomischen Arbeitsplatz, regelmäßigen Pausen und dem bewussten Pflegen von Kontakten könnt ihr langfristig produktiv und zufrieden bleiben. Das Homeoffice arbeiten ist eine Kunst, die man lernen kann. Und wenn es mal nicht perfekt läuft: Das ist völlig normal. Seid nachsichtig mit euch selbst und passt eure Strategien immer wieder an eure aktuelle Situation an.