Kochen für Babys: 4 köstliche Rezepte für das erste Jahr
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Rezepte für Babys sollen gesund sein, klar. Aber müssen sie auch langweilig sein? Auf keinen Fall! Wir zeigen euch mit 4 leckeren Rezepten, wie es heutzutage möglich ist, Wert auf biologische und regionale Zutaten sowie auf die Grundlagen gesunder Ernährung für die Kleinsten zu legen und gleichzeitig mit köstlichen Gerichten der ganzen Familie Freude am Essen zu vermitteln.
Eine gute Ernährung schon von Anfang an
Die meisten Eltern haben den Wunsch, ihren Kindern das Beste zu geben – auch wenn es ums Essen geht. Tatsächlich macht es auch im späteren Leben viel aus, welche Wertschätzung das Essen in der Familie erhalten hat. Gerade in den ersten Lebensjahren macht es also durchaus Sinn darauf zu achten, was das Baby isst und wie es isst. Denn in dieser Zeit werden die Grundsteine für die Gesundheit, Gewohnheiten, Geschmackspräferenzen und die Esskultur gelegt.
Für jede Wachstumsphase ändert sich natürlich der Nährstoffbedarf des Babys. Das erfordert immer wieder eine Anpassung des Speiseplans. Es klingt komplizierter als es ist, denn mit den richtigen Hilfsmitteln wird es zum Kinderspiel. Das Buch „Die grüne Babyküche“ von Ernährungswissenschaftlerin Nanna Østensgaard und dem Ernährungspädagogen Adam Engel beweist dies eindrucksvoll.
Es stellt 70 nahrhafte, gesunde Gerichte für Babys vor, von der Einführung des (festen) Essens im Alter von ca. 6 Monaten bis zum Alter von 1 Jahr, ab dem das Kind das Gleiche essen kann wie der Rest der Familie. Das Buch enthält außerdem Rezepte für die ganze Familie, die auch für das Baby geeignet sind.
4 köstliche Rezepte für das erste Jahr mit Baby
Die Rezepte in dem Buch sind Grundrezepte, d. h., sie können so angewandt werden, wie sie sind, oder mit anderen als den darin genannten Zutaten. Ihr könnt ruhig das an Zutaten verwenden, was ihr bereits zu Hause habt. So müsst ihr nicht jedes Mal neu einkaufen. Nach Möglichkeit solltet ihr fürs Baby jedoch nur unbehandeltes Obst und Gemüse verwenden, alles gut waschen und im Zweifelsfall auch schälen.
Sanddorn-Mango-Mus
Sanddorn ist ein Superfood, das reich an Vitamin A, C, B, K und E ist. Er enthält 131 mg Vitamin C pro 100 g, eine Orange dagegen nur 54 mg pro 100 g. Mango hat einen wunderbar süßen Geschmack, eine weiche Konsistenz und ist größtenteils ein Hit bei den Kleinen. Sie ist ebenfalls reich an Vitamin C, das im Körper die Aufnahme von Eisen unterstützt.
Zutaten:
Für das Mus:
- 1 EL Sanddornbeeren (frisch oder TK)
- 1 Mango oder 1 Banane
Zubereitung:
- Werden die Sanddornbeeren frisch verwendet, diese waschen, in einen Topf mit Wasser geben und etwa 5 Minuten weich kochen.
- Die Beeren abgießen, mit einem Löffel zerdrücken oder mit einem Stabmixer mit ein wenig Wasser mixen. Anschließend das Mus durch ein Sieb drücken, um die Kerne und den Rest der Schalen zu entfernen.
- Die Mango von der Schale befreien, entkernen und würfeln. Mango und Sanddornmark mit einem Stabmixer zu einem cremigen Brei mixen.
- Falls die Mango nicht so saftig ist, dass eine cremige Konsistenz entsteht, nach Bedarf Wasser untermixen.
Warum Sanddorn ein echtes Superfood ist
Sanddorn ist eine echte Gabe der Natur und wächst in Küstengebieten. Solltest du das Glück haben, dort zu leben, kannst du ihn sogar kostenlos ernten. Allerdings ist das Pflücken der Sanddornbeeren schwierig, da sie an großen, dornigen Büschen hängen. Schneide deshalb am besten jeweils einen (oder ein paar) kleinen Zweig zum Einfrieren ab. Probiere die Beeren aber vor dem Abschneiden der Zweige, denn der Geschmack kann von Strauch zu Strauch variieren – und du solltest nur die süßesten und reifsten ernten. Nimm nur so viele Zweige mit, wie du auch verbrauchst, damit der Sanddorn noch für lange Zeit in der Natur erhalten bleibt. Zu Hause dann den Zweig einfrieren und dann die Beeren im gefrorenen Zustand abschütteln oder mit einer Gabel abstreifen.
Gerstotto mit Brennnesseln
Perlgraupen schmecken mit ihrer nussigen Note und einem Aroma, das kräftiger ist als normaler, weißer Reis, hervorragend in einem Brei. Sie sind außerdem sehr sättigend. Wenn die jungen Brennnesseln im Frühling aus dem Boden sprießen, ist das der perfekte Zeitpunkt, um einen cremigen Brei mit Perlgraupen und gehackten Brennnesseln zuzubereiten. Kinder können, wenn sie im Sommer kurze Hosen anhaben, schnell ein schwieriges Verhältnis zu Brennnesseln entwickeln (und oft aus gutem Grund!). Mit diesem Brei kannst du deinen Kindern eine angenehmere und geschmackvollere Erfahrung mit diesen Pflanzen bieten. Verwendet nur ganz junge Pflanzen oder nur die obersten Blätter – die brennen nicht so stark – und pflückt immer in Richtung »mit den Haaren«, d. h. von unten nach oben.
Zutaten:
Für das Gerstotto:
- 1 Handvoll junge Brennnesselblätter
- 100 g Perlgraupen
- 1 Zweig Rosmarin, Thymian oder Majoran
- 200 g Sahne
- 2 EL geriebener Parmesan
Zubereitung:
- Die Blätter in einem Topf mit kochendem Wasser übergießen, 5–10 Sekunden ziehen lassen und dann abgießen.
- Die Blätter fein hacken.
- Perlgraupen nach Packungsanweisung in 400 ml Wasser garkochen, anschließend abgießen und zurück in den Topf geben.
- Die Kräuter waschen, trocken tupfen, die Blätter abzupfen und fein hacken. Mit der Sahne und den Brennnesselblättern zu den Perlgraupen hinzufügen.
- Alles unter Rühren langsam aufkochen, bis die Sahne dickflüssiger und cremig wird. Vom Herd nehmen und den Käse unter den Brei rühren.
Buttermilchcreme mit Orangen-Granita
Ein leckeres, kleines Dessert. Die Zubereitung geht schnell und ergibt eine frische, cremige Nachspeise mit wenig Zucker, die Kindern (und Erwachsenen) schmeckt. Sie wird in kleinen Schälchen oder Gläsern serviert. Wer kein rohes Eigelb verwenden möchte, lässt es weg, die Creme schmeckt trotzdem köstlich.
Zutaten:
Für die Buttermilchcreme:
- 500 g Buttermilch
- 500 g Dickmilch
- 1 TL Vanillezucker
- 1 sehr frisches Eigelb
- 1 Blatt Gelatine
- etwas Zitronensaft
Für die Orangen-Granita
- Saft von 3-4 Orangen
Zubereitung:
- Für die Buttermilchcreme den Vanillezucker und das Eigelb schaumig schlagen. Die Buttermilch, die Dickmilch und den Zitronensaft unterrühren. Alternativ das Eigelb weglassen und den Vanillezucker direkt mit der Buttermilch, der Dickmilch und dem Zitronensaft verrühren. Die Buttermilchmischung in den Kühlschrank stellen.
- Für die Orangen-Granita den Orangensaft in eine Schüssel abseihen. Die Schüssel mit dem Saft für mindestens 2 Stunden in den Tiefkühlschrank stellen.
- Die Gelatine für 5 Minuten in kaltes Wasser legen. Dann das Blatt ausdrücken, in eine Schale legen und die Gelatine über einem warmen Wasserbad auflösen. Anschließend ein paar Löffel der Buttermilchcreme dazugeben und vorsichtig unterrühren. Die Schale aus dem Wasserbad nehmen und den Rest der Creme unter Rühren mit der Mischung in der Schale vermengen.
- Die Creme in kleine Schälchen oder Gläser füllen und etwa 1 Stunde kalt stellen. Kurz vor dem Servieren die Granita aus dem Tiefkühlschrank nehmen und mit einer Gabel durchziehen, um »Orangenschnee« zu erzeugen. Diesen kurz vor dem Servieren auf die Buttermilchcreme geben.
Asia-Fischfrikadellen mit Kartoffelspalten und Krautsalat
Dieses Gericht fordert mit den scharfen Chilis und dem Koriander den Geschmackssinn des Kindes heraus. Teste zunächst die Chilischärfe – das Kind sollte nicht abgeschreckt werden.
Zutaten:
Für die Frikadellen:
- 500 g Kabeljau-Farce
- 150 g Kokosmehl
- 2 Handvoll gehackte Garnelen (können durch andere Meeresfrüchte, wie Krabben, Krebse oder Hummer, ersetzt werden)
- 1 EL fein gehackte milde Chilischote
- 1 Handvoll gehackter frischer Koriander
- ungesalzene Butter zum Braten
Für den Krautsalat:
- 1 Spitzkohl
- 1 Apfel
- 100 ml Olivenöl
- 1 EL Apfel-Cidre-Essig
- 1 TL Zucker
- Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
Für die Kartoffelspalten:
- 500 g Kartoffeln
- 100 ml Olivenöl
Zubereitung:
- Für den Krautsalat den Spitzkohl waschen, in feine Streifen schneiden oder mit einer Reibe oder einem Gemüsehobel zerkleinern. Den Apfel waschen, entkernen und in dünne Spalten schneiden. Öl, Essig und Zucker zu einem Dressing mischen und mit Salz und Pfeffer ab schmecken. Das Dressing unter den Spitzkohl heben und alles leicht zerdrücken, sodass der Kohl etwas zusammenfällt. Den Salat beiseitestellen.
- Für die Kartoffelspalten die Kartoffeln waschen und nach Belieben schälen, in Spalten schneiden und gründlich im Öl wenden. Die Spalten im vorgeheizten Backofen 20 Minuten backen (Umluft, 200 Grad), dabei kurz bevor die Kartoffeln anfangen, braun zu werden, einige davon herausnehmen, damit das Baby später ganz weiche Kartoffeln ohne Kruste bekommt.
- Inzwischen für die Fischfrikadellen die Kabeljaufarce mit dem Kokosmehl, dem Koriander, der fein gehackten Chilischote und den Garnelen vermischen. Aus der Masse Frikadellen formen. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Frikadellen darin auf beiden Seiten in ins gesamt etwa 10 Minuten fertig braten.
So servierst du die Frikadellen deinem Kind:
6–8 Monate: Löse das Innere der Fischfrikadellen aus. Zerdrücke die Kartoffeln zu einer cremigen, geschmeidigen Masse und füge bei Bedarf etwas Wasser und 1 TL Fett hinzu. Hat dein Baby gerade angefangen zu essen, serviere nur das mit einer Gabel zerdrückte Innere der Kartoffeln, eventuell mit etwas Wasser und Fett. Als Dessert: ein kleiner geschälter und geriebener Apfel.
9–12 Monate: Serviere die Fischfrikadellen und Kartoffeln in kleinen, mundgerechten Stücken und gib etwas ungesalzene Butter über die Kartoffeln. Als Dessert: ein kleiner geschälter und in Stäbchen geschnittener Apfel.
1 Jahr+: Serviere die Fischfrikadellen und Kartoffeln in kleinen Stücken und gib etwas ungesalzene Butter über die Kartoffeln. Als Dessert: ein kleiner in Stäbchen geschnittener Apfel.

Noch mehr Rezepte für Babys und Kleinkinder findest du in dem Buch von Nanna Østensgaard und Adam Engel.
„Die grüne Babyküche“ ist im Christian Verlag erschienen für ca. 23 Euro.