
Quetschies selber machen – so geht’s!
BABY, Food
Quetschies sind bei Kindern der absolute Renner für unterwegs. Und ihr könnt sie ganz einfach selber machen. Wir verraten hier, wie es geht.
Quetschies sind bei Eltern und Kindern beliebt. Gerade bei langen Autofahrten oder unterwegs werden sie gerne als Snack gegeben. Aber was sind Quetschies eigentlich? In den kleinen Beuteln befindet sich Fruchtmus in verschiedenen Kombinationen. Der Vorteil ist, dass unterwegs nicht kleckert oder schmiert, denn die Quetschies werden einfach ausgenuckelt.
Aber sind Quetschies wirklich gesund? Und wie oft und ab welchem Alter kann ich meinem Kind ein Quetschie anbieten? Wir haben hier die wichtigsten Vor- und Nachteile über die Beutelchen zusammen gestellt.
Ab wann sind Quetschies geeignet für mein Baby?
Die Altersangaben auf den Beutelchen variieren. Ohne Probleme könnt ihr eurem Kind Quetschies anbieten, sobald es sich an feste Kost gewöhnt hat. Die meisten Hersteller empfehlen die Smooties im Beutel ab etwa einem Jahr. Quetschies ohne spezielle Altersangaben richten sich an Kinder ab etwa drei Jahren.
Für den Newsletter anmelden
Was sind die Hauptinhaltsstoffe von Quetschies?
Die Basis der meisten Quetschies ist Apfelpürree. Das liegt daran, dass Äpfel günstig und gut verfügbar sind. Das Apfelpürree wird dann bei der Herstellung mit anderen Früchten gemischt. Damit es den Nerv der Kinder trifft und schön abgerundet schmeckt, werden zur Süßung Fruchtsaftkonzentrate hinzu gegeben, meist ebenfalls Apfel- oder auch Traubensaftkonzentrat.
Sind fertige Quetschies wirklich gesund?
Fakt ist, dass ein frisches Stück Obst mehr Vitamine enthält als der fertige Fruchtbrei aus dem Beutel. Auch der Zuckergehalt vieler Fertigprodukte ist bedenklich. Oft steht auf der Verpackung „Ohne Zuckerzusatz“, doch dabei ist zu bedenken, dass schon die verarbeiteten Früchte viel (Frucht-)Zucker enthalten.
Außerdem kritisieren Zahnärzte und Kinderärzte einhellig, dass der süße Fruchtbrei genuckelt wird und die Zähne dadurch ständig mit dem Fruchtzucker „umspült“ werden. Hinzu kommt die Säure mancher Obstsorten, die den Zahnschmelz zusätzlich angreift.
Wichtig zu wissen: Einige Produkte enthalten sehr viel Zucker, umgerechnet auf 100 Gramm bis zu vier Stück Würfelzucker. Zum Vergleich: Eine Kugel Erdbeereis enthält 3-5 Stück Würfelzucker.
Auf Produkte ohne Zuckerzusatz achten
Ein Blick auf die Zutatenliste fertiger Quetschies lohnt sich also. Begriffe, die auf „-ose“ enden, deuten auf zugesetzten (Frucht-) Zucker hin – genauso wie Saftkonzentrate und der Begriff „Fruchtsüße“. Mitunter erweist sich der gedachte gesunde Snack schnell als wahre Zuckerbombe. Nach einer kritischen Zutatenkontrolle kann sich ein Fruchtmus jedoch für den kleinen Körper lohnen, denn in ihm sind Vitamine und Nährstoffe enthalten, die bei einer langen Spazierfahrt schnell Energie geben.
Sind Quetschies nachhaltig produziert?
Viele Menschen überdenken ihre Lebensweise, gerade wenn ein Baby in die Familie kommt, und möchten nachhaltiger leben. Gekaufte Quetschies sind schon aufgrund der aufwändigen Verpackung nicht nachhaltig. Die Verbundverpackungen von Quetschies lassen sich zudem kaum oder nur schlecht recyceln.
Auch bei der Herkunft der Zutaten sind die Angaben zur Nachhaltigkeit der Produktion nicht immer nachvollziehbar. Die Äpfel, Orangen oder Beeren in den Quetschies kommen in der Regel aus europäischen Ländern wie Spanien oder Italien. Exotische Früchte wie Mango oder Banane werden meist aus Süd- und Mittelamerika importiert. Angaben zu den Produktionsbedingungen nach Biostandards finden sich auf vielen Produkten nicht.
Bei Produkten mit Bio-Siegel stammen die Früchte aus ökologischem Anbau, was strengere Vorgaben bezüglich dem Einsatz von Pestiziden bedeutet, aber nicht unbedingt eine regionale Herkunft des Obstes garantiert.

Quetschies – (k)ein Ersatz für frisches Obst und Gemüse?
Obstbrei ist für Essanfänger eine gute Alternative zu Obst, vor allem wenn man sich unsicher ist, ob das Kind sich noch an Schale oder Fruchtstückchen verschlucken könnte. Aber Quetschies sollten nicht dauerhaft und als ausschließlicher Snack gegeben werden.
Stattdessen können Eltern ab einem gewissen Zeitpunkt auch Obst oder Gemüse in Stücken anbieten, wie es beim Baby Led Weaning gemacht wird. Durch das selbstständige Knabbern daran und die damit einhergehende Beanspruchung der Kaumuskulatur wird die Mundmotorik gefördert. Außerdem lernen die Kleinen so die Früchte kennen, können ihre unterschiedliche Beschaffenheit und Haptik ertasten, haben also ein ganzheitlich sinnliches Erlebnis beim Essen.
Quetschies selber machen – mit dem richtigen Zubehör ganz einfach
Natürlich spricht nichts dagegen, ab und an Quetschies anzubieten. Vor allem weil die Fruchtbeutelchen unterwegs einfach praktisch sind. Die einfachste Lösung: Quetschies im Nu selber machen und schonender für die Umwelt herstellen. „Frisch“ bekommt nun eine ganz andere Bedeutung. Vitaminreicher und zuckerärmer wird’s auf jeden Fall. Und auch finanziell lohnt sich das Selbermachen mehr als ein gekaufter Brei aus der Tüte.
Es gibt inzwischen viele Produkte, die die Herstellung von Quetschies sehr einfach machen. Zum Beispiel praktische Quetschbeutel aus Silikon, aus denen sich leicht trinken oder nuckeln lässt. Sie lassen sich selbst befüllen, sind wiederverwendbar und somit gut für die persönliche Ökobilanz. Achtet nur darauf, dass die Beutel BPA-frei sind.
Außerdem kann man mit den meisten Quetschbeuteln das Püree vorbereiten und einfrieren. Denn neben selbstgemachtem Fruchtpüree lassen sich auch Joghurt, der normale Babybrei und frisch gepresste Säfte damit unterwegs beim Spaziergang transportieren.
Quetschiebeutel für selbstgemachte Quetschies:
Es gibt inzwischen einige Anbieter von Quetschiebeuteln. Manchmal muss man ein „System“ erst ausprobieren, um zu wissen, ob es für einen selber das richtige ist. Achtet darauf, dass die wiederverwendbaren Beutel BPA-, PVC- und Phtalat-frei sind. Sie sollten sich gut reinigen lassen, am besten in der Spülmaschine.

Quetschies-Rezepte zum Selbermachen
Der Unterschied zwischen Quetschie und normalem Brei besteht hauptsächlich darin, dass dem Quetschie etwas mehr Flüssigkeit hinzugefügt wird, so dass er sich unterwegs auch trinken lässt – wie ein Smoothie eben.
Der Fantasie sind bei der Zubereitung von selbst gemachten Quetschies aber ansonsten keine Grenzen gesetzt. Für die ganz Kleinen empfiehlt sich jedoch klassisch Karotte oder Kürbis. Bei größeren Kindern kann man dann mehr Abwechslung bringen: Erdbeeren, Himbeeren, Melone oder Apfel. Banane eignet sich auch als Basis.
Ebenfalls gut, weil reich an Vitaminen und Mineralien sind getrocknete Früchte. Besonders getrocknete Aprikosen enthalten einige wichtige Nährstoffe, und sie süßen auf natürliche Weise. Trockenobst muss vorm Pürieren allerdings in warmem Wasser eingeweicht oder sogar kurz weich gekocht werden. Und Achtung: Es enthält meist mehr Zucker.
Zubehör für selbstgemachte Quetschies:
- ein Pürierstab, Mixer oder Smoothie-Maker
- Obst, Gemüse und Zutaten nach Wahl
- ggfs. wiederverwertbare Smoothie-Tüten zum Transportieren für unterwegs
oder ein anderer geeigneter Behälter wie eine kleine Glasflasche mit weitem Hals
Basisrezept für fruchtigen Quetschie
- ein Bio-Apfel
- eine Handvoll süßer Bio-Trauben
- eine Bio-Karotte
- etwas Wasser
Gare die Karotte in etwas Wasser weich und püriere sie dann zusammen mit den restlichen Zutaten. Alles abfüllen in die Beutel und bis zum Gebrauch kühl halten.
Alternativ könnt ihr auch statt der Trauben Himbeeren zugeben. Dann empfehlen wir – für die ganz Kleinen – die Masse zuvor durch ein Sieb zu streichen und so von den kleinen Kernen zu befreien.
Basisrezept für herzhaften Quetschie
- 300 g Hokkaido oder Butternuss-Kürbis
- 150 g Gemüsemais
- 200 ml Vollmilch
Gare oder dämpfe das Gemüse, und püriere es zusammen mit der Milch zu einem Brei. Auch Joghurt könnt ihr dazu verwenden.
Achtung: Dauergenuckel sollte man auch mit den selbstgemachten Fruchtpürees vermeiden, denn der Fruchtzucker kann kleinen Zähnen zusetzen.
Basisrezept für grünen Quetschie
- 100 g Spinat
- 100 ml frischer Orangensaft
- halbe Banane
Den Spinat sanft andünsten. Banane und Spinat pürieren. Nach und nach den Orangensaft dazu geben. Je nachdem wie flüssig ihr den Quetschie haben wollt.

Selbstgemachte Quetschies – das solltet ihr bei der Zubereitung beachten
- Die wiederverwendbaren Beutel vor dem Benutzen mit heißem Wasser ausspülen.
- Verwendet am besten frisches Bio-Obst und -Gemüse.
- Gart das Gemüse oder Obst schonend, damit möglichst viele Vitamine erhalten bleiben.
- Pürieren klappt am besten mit einem Zauberstab oder im Smoothie-Maker.
- Ihr könnt dem Brei Wasser, Milch oder Joghurt zugeben.
- Ist der Brei zu flüssig geworden, könnt ihr (zarte) Haferflocken zugeben zum Andicken.
- Zum Befüllen am besten einen Trichter verwenden.
- Bei wiederverwendbaren Beuteln nur bis unterhalb der Markierung befüllen, damit die Dichtigkeit gewährt bleibt.
- Haltbarkeit: Die Quetschies sind im Kühlschrank nur einen Tag haltbar. Sie lassen sich aber super einfrieren.
- Achtung: Auch selbst gemachte Obst-Quetschies enthalten viel Fruchtzucker. Dauernuckeln bitte vermeiden um die Zähnchen zu schonen.
Vor- und Nachteile von Quetschies auf einen Blick
Vorteile von Quetschies
- Praktischer Snack für unterwegs
- Lässt sich ohne Probleme und Geklecker auch bei Autofahrten oder während einer Spazierfahrt geben
- Enthält Vitamine und Mineralstoffe
- Gibt schnelle Energie
- Leicht zu transportieren
- Gekaufte Fertigprodukte brauchen keine Kühlung
- Bei selbstgemachten Quetschies fällt wenig Müll an, man kann Bio-Obst und -Gemüse verwenden und auf die Zutaten achten
Nachteile von Quetschies
- Fertigprodukte enthalten oft sehr viel Zucker
- Dauernuckeln schädigt durch Zucker und Fruchtsäure die Zähne (Karies)
- Herkunft der Zutaten bei fertigen Quetschies oft unklar
- Viel Verpackungsmüll bei Fertigprodukten
- Fertige Quetschies sind meist teurer als frisches Obst
- Durch die Verarbeitung und Haltbarmachung verlieren die Zutaten an Vitaminen
- Die Kaukraft der Kinder wird nicht angeregt
Alles in allem sind Quetschies bei Ausflügen oder langen Autofahrten eine gute und schnelle Alternative – egal ob gekauft oder selbst gemacht. Bei selbstgemachten Quetschies habt ihr noch den Vorteil, dass ihr die Auswahl der Zutaten kontrollieren und den Kindern eigene Varianten anbieten könnt. Zudem vermeiden die wiederverwendbaren Verpackungen viel Müll.





