Schnuller – Fluch oder Segen? 5 wichtige Infos für Eltern

Schnuller – Fluch oder Segen? 5 wichtige Infos für Eltern

BABY, Erstausstattung

Schnulli, Nucki, Didi, Nuni…oder wie nennt ihr Babys Schnuller? Fakt ist: Der Schnuller gehört zum Baby-Alltag häufig dazu. Was es beim Nuckeln zu beachten gibt verraten wir euch. Tipps für schicke Schnuller und entsprechendes Nuckel-Zubehör gibt es auch.

1. Nuckeln ist ein Grundbedürfnis

Ob Schnuller, Daumen oder das Shirt von Mama: Babys haben ein starkes Bedürfnis zu saugen. Der Saugreflex ist angeboren und bereits im Mutterleib aktiv. Schon dort nuckeln Babys an ihren Fingern: Zur Übung, zur Beruhigung und schlicht, weil der Mund der erste aktiv nutzbare Sinn ist.

Durch das Nuckeln werden beruhigende Hormone ausgeschüttet, die dem Baby helfen, sich zu beruhigen und Stress abzubauen. Gleichzeitig wird die Verdauung angeregt, ein Pluspunkt, besonders in den ersten Lebensmonaten. Ein Baby Schnuller kann dieses Bedürfnis vorübergehend befriedigen, muss es aber nicht zwangsläufig sein. Der Mund ist das Organ das Babys ganz einfach von Anfang an einsetzen können.

Kein Schnuller zur Hand? Dann wird eben improvisiert: Daumen, Ärmel oder Stofftier übernehmen den Job. Das zeigt: Nuckeln ist kein Trend, sondern ein natürliches Bedürfnis.

Kein Schnuller zur Hand? Dann eben der Daumen… Bild: Getty

2. Der richtige Zeitpunkt: Ab wann ist ein Schnuller sinnvoll?

Viele Eltern fragen sich: Ab wann darf oder sollte ein Schnuller angeboten werden?
Die gängige Empfehlung lautet: ein paar Wochen nach der Geburt. In den ersten sechs Wochen nach der Geburt sollte sich das Baby zunächst an das Stillen gewöhnen. Denn die Technik beim Saugen an der Brust unterscheidet sich deutlich vom Sauger eines Schnullers oder Trinksaugers.

Wird er zu früh eingeführt, kann es in seltenen Fällen zu einer Saugverwirrung kommen. Das bedeutet nicht, dass jedes Baby betroffen ist, aber Vorsicht in den ersten Lebenswochen ist sinnvoll, besonders wenn voll gestillt wird.

Die gute Nachricht: Die meisten Babys können problemlos zwischen Brust, Flasche, Schnuller und Daumen wechseln. Ein Neugeboren reagiert hier sehr individuell und euer Vertrauen ins eigene Bauchgefühl ist der Schlüssel.

3. Einschlafen mit Schnuller – Hilfe oder Gewohnheit?

Viele Eltern schwören darauf: Mit Schnuller schläft das Baby schneller ein. Kein Wunder, das Nuckeln wirkt entspannend und erleichtert das Loslassen. Ob Mittagsschlaf oder Abendroutine: Ein Schnuller kann das Einschlafen deutlich erleichtern.

Wichtig ist, den Schnuller bewusst in Rituale einzubetten. Ein ruhiges Zimmer, gedimmtes Licht, Nähe und der Schnuller als Teil dieser Beruhigung. Problematisch wird es erst dann, wenn das Baby nachts ständig aufwacht, weil der Schnuller fehlt und immer wieder gefunden werden muss.

Tipp: Schon im ersten Lebensjahr immer wieder kurze Phasen ohne Sauger zulassen, etwa beim Spielen oder Kuscheln. So bleibt der Schnuller ein Helfer, aber kein Muss.

4. Kiefer, Zahn & Co.: Wie schädlich ist der Schnuller wirklich?

Ja, langes und intensives Saugen kann Auswirkungen auf Kiefer, Zahn- und Kieferentwicklung haben. Die Annahme, dass sich durch das Nuckeln der Kiefer verformt ist nicht ganz falsch. Allerdings raten Zahnärzte und Kieferorthopäden nicht grundsätzlich davon ab. Es gilt nur zu beachten, dass der Schnuller nicht im Dauergebrauch ist.

Worauf ihr beim Kauf achten solltet:

  • richtige Grösse passend zum Alter (z. B. 0-6 Monate, 6-18 Monate, Größe 2)
  • anatomisch bzw. kiefergerecht und richtig geformt
  • weiches Material wie Silikon oder Naturkautschuk (Latex)
  • BPA-freie, temperaturbeständig und ohne scharfe Öffnungen
  • regelmäßig auf Risse prüfen und gut reinigen (Stichwort Hygiene)

Beliebt sind zum Beispiel Silikonschnuller von NUK, MAM Baby, Avent oder dänischen Marken wie Bibs (hergestellt in Dänemark, dänisches Design, oft Kirschform aus Naturkautschuk). Modelle wie MAM Air punkten zusätzlich mit Luftöffnungen für empfindliche Haut.

Radikal oder sanft? Es gibt viele Wege dem Schnuller Lebewohl zu sagen… | Bild: Getty

Abschied vom Schnuller: Wie gelingt die Entwöhnung?

Der Abschied fällt manchen Kindern leicht, anderen schwer. Spätestens bis zum dritten Lebensjahr empfehlen Fachleute, den Schnuller abzugewöhnen, da der Saugreflex dann langsam nachlässt.

Was hilft bei der Entwöhnung?

  • Schnuller nur noch zum Schlafen
  • tagsüber bewusst ohne Nuckel auskommen
  • Schnuller aussortieren (Lieblingsschnuller bleibt, andere verschwinden)
  • Rituale: Schnullerbaum, Schnullerfee oder gemeinsames Weggeben
  • Geduld: jedes Kleinkind hat sein eigenes Tempo

Wichtig: Druck bringt selten Erfolg. Ziel ist, dass Kind den Schnuller loslassen will und nicht muss.

Da der Nuckelreflex von Anfang an besteht und er durch den Schnuller natürlich noch gefördert wird, ist es bei manchen Kindern schwierig ihn wieder abzugewöhnen. Teilweise gibt es Probleme beim Einschlafen, wenn der Nuckel nicht mit ins Bett darf. Hierbei hilft es, wenn ihr früh damit anfangt, den Schnuller langsam in den Hintergrund zu rücken. Das bedeutet, dass der Sauger kein Dauerbegleiter ist, sondern vielleicht nur noch Nachts benutzt wird.

Praktische Tipps für den Alltag

  • Eine Schnullerkette als Zubehör kann dabei helfen, den Beruhigungssauger unterwegs schnell wieder zu finden
  • Den Schnuller regelmäßig austauschen, spätestens nach 6–8 Wochen
  • Es gibt keinen „besten Schnuller“ für alle. Die perfekten Schnuller sind die, die zu eurem Baby passen

Abschließend halten wir fest: Ein Schnuller ist weder gut noch schlecht. Er ist ein Werkzeug. Richtig eingesetzt, kann er beruhigen, erleichtern und durch turbulente Phasen tragen, vorübergehend und bewusst genutzt.

Hört auf euer Baby, beobachtet sein Saugbedürfnis und vertraut darauf, dass ihr euren eigenen Weg findet.

Bild: istock.com

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