Nachhaltiges Weihnachtsfest: 3 Rezepte mit Kiefer, Tanne & Co.

FAMILIE, Food

Sofia Vittoria Nanni

Wiederverwenden und Recycling sind Wörter, die wir oft in unserem Alltag hören. Aber werden sie in jedem Bereich des Lebens angewandt? Nicht wirklich, zumindest noch nicht. Im Lebensmittel- und Getränkesektor beispielsweise ist die Nachhaltigkeit noch zu gering. Wir möchten also die Weihnachtszeit, in der der Verschwendung vor der Tür steht, nutzen, um das Konzept des Recyclings auf eine neue Ebene zu heben. Wir präsentieren also 3 besondere Rezepte, in den der Weihnachtsbaum die Hauptrolle spielt.

Innovation für nachhaltige Feste

Wer sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, kommt nicht umhin, auch geliebte Traditionen zu hinterfragen. Auch das Weihnachtsfest ist nicht gerade für Achtsamkeit und Sparsamkeit bekannt – im Gegenteil: es wird konsumiert! Das Konzept des schnellen Verbrauchs gilt jedoch nicht nur für Geschenke, auch Weihnachtsbäume werden drei bis vier Wochen im Haus gehalten und dann weggeworfen. Um diesen Prozess so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten, hatte die Autorin Julia Georgallis eine geniale Idee. Die gelernte Bäckerin und Unternehmerin haucht heimischen Bäumen ein zweites Leben ein – indem sie sie einfach isst. Mit dem Buch „How to Eat Your Christmas Tree“ zeigt Georgallis, dass sich aus Nadeln, Kernen und Blättern leckere Gerichte zaubern lassen. Zusätzlich gibt sie hilfreiche Tipps, wie man an essbare Bäume kommt, wie man diese nachhaltig dekoriert und verwertet und zeigt, dass für ein besinnliches Fest nicht zwingend die klassische Nordmanntanne herhalten muss.

Nachhaltiges Weihnachtsfest: 3 Rezepte mit Kiefer, Tanne & Co.

Eingelegte Eier mit Weihnachtsbaumnadeln und Roter Bete

„Eingelegte Eier sind unheimlich unterschätzt, unter-verzehrt und unter-repräsentiert. Ich wünschte, die Menschheit würde sie häufiger genießen. Sie sind hervorragend für Kanapees, Picknicks und zum Angeben allgemein geeignet – vor allem, weil die Rote Bete den Eiern eine wunderschöne leuchtende Farbe verleiht.“

Ergibt: 8 eingelegte Eier
Dauer: 30 Minuten, plus 1–3 Tage Ziehzeit
Ausstattung: großes Einmachglas (1,5 l Fassungsvermögen) mit Deckel
Zutaten:

  • 1 Handvoll Fichten- oder
  • Tannennadeln (bzw. 2 Handvoll, wenn Apfelessig verwendet wird) 8 Bio-Eier (Größe L)
  • 600 ml Weihnachtsbaumessig (siehe S. 45) oder Apfelessig
  • 75 g Meersalzflocken
  • 100 g Demerarazucker
  • 1 kleine Rote Bete, geschält und grob gehackt

Zubereitung:
Das Einmachglas sterilisieren und die Nadeln vorbereiten (siehe S. 15). Die Eier exakt 7 Minuten kochen und dann sofort in kaltes Wasser legen. Die abgekühlten Eier schälen. Für die Lake Essig, Salz und Zucker in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Rote Bete, Nadeln und Eier in das sterile Glas füllen und die heiße Lake darübergießen. Das Glas fest mit dem Deckel verschließen. Sobald die Lake abgekühlt ist, in den Kühlschrank stellen und mindestens 24 Stunden ziehen lassen (bzw. 36 Stunden, wenn Apfelessig verwendet wurde). Ich empfehle, die Eier nicht länger als 3 Tage in der Lake zu lassen, sonst werden sie zäh. Wenn das Glas einmal geöffnet ist, sollten die Eier innerhalb von 2 Tagen verzehrt werden.

Gefüllte Pilze mit Pinienkernen, Pistazien & Sauerteigkrumen

„Pinienkerne sind das ganze Jahr über gut erhältlich, also kann dieses Rezept zu jeder Jahreszeit zubereitet werden. Außerdem ist es eine großartige Möglichkeit, trockenes Brot zu verarbeiten.“

Ergibt: ausreichend für 2 Personen als Hauptgericht oder 4 Personen als Beilage
Dauer: 35 Minuten
Ausstattung: große Auflaufform
Zutaten:

  • 120 g Pinienkerne
  • 100 g Sauerteig-Semmelbrösel
  • 200 g Pistazienkerne, zerstoßen
  • 120 ml Olivenöl oder weiche pflanzliche Butter
  • 2 kleine Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 800 g große Pilze (die sich gut füllen lassen), geputzt und Stiele entfernt Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Zweig Thymian, gehackt

Zubereitung:
Den Ofen auf 200 °C (Grillstufe) vorheizen. Pinienkerne und Semmelbrösel in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Zusammen mit Pistazien, Olivenöl und Knoblauch in einer Schüssel vermengen. Die Pilze mit der Unterseite nach oben in einer Auflaufform verteilen. Die Pinienkern-Semmelbrösel-Mischung gleichmäßig auf die Pilze verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die gefüllten Pilze für 20 Minuten unter den heißen Ofengrill schieben, bis die Pinienkerne gebräunt und die Semmelbrösel kross sind. Mit gehacktem Thymian bestreuen und sofort servieren.

Weihnachtsbaum-Ingwer- Eiscreme

„Dies ist zweifellos mein Lieblingsrezept aus unserem Kochtreff und ich habe es über die Jahre großzügig mit allen geteilt, die zuhörten. Ich verwende gerne Blaufichte, denn ich finde, sie ist die Krönung der Koniferen (sie schmeckt ein bisschen nach Vanille), aber ihr könnt sie – wie in allen Rezepten – durch andere Weihnachtsbaumarten ersetzen – je nachdem, was euch zur Verfügung steht.“

Ergibt: 950 g Eiscreme
Dauer: 2 Stunden mit Eismaschine, 4 Stunden ohne
Ausstattung: feines Küchensieb, Eismaschine oder Kunststoffbehälter
Zutaten:

  • 300 g Blaufichtennadeln oder 400 g andere Weihnachtsbaumnadeln 500 g Cr.me double
  • 170 ml Vollmilch
  • 170 g Zucker
  • 8 Bio-Eigelbe
  • 5 Stück kandierter Ingwer, fein gehackt

Zubereitung:
Die Nadeln vorbereiten (siehe unten)*. In einem Topf mit dickem Boden Cr.me double, Milch, Zucker und Eigelb glatt rühren. Die Nadeln in die Sahnemischung geben und unter ständigem Rühren sanft erhitzen. Nach 15 Minuten die Temperatur auf mittlere Stufe erhöhen. Wenn in der Masse am Topfrand Bläschen aufsteigen, ist sie so weit und der Topf kann vom Herd genommen werden. Die Mischung zwei- oder dreimal durch ein feines Sieb filtern, damit keine Fichtennadeln in der fertigen Eiscreme landen. Für die Zubereitung in der Eismaschine die gefilterte Mischung in den entsprechenden Behälter gießen und die Maschine anstellen. Bevor die Masse gefriert, den gehackten Ingwer zufügen und die Maschine weiterlaufen lassen, bis das Eis gefroren ist. Die fertige Eiscreme in den Gefrierschrank stellen. Falls ihr keine Eismaschine besitzt, füllt die Sahnemischung in einen Kunststoffbehälter und lasst sie vollständig abkühlen. Die vollständig abgekühlte Masse in den Gefrierschrank stellen und stündlich umrühren. Nach etwa 2 Stunden, wenn die Masse schon leicht gefroren, aber nicht ganz fest ist, den Ingwer sorgfältig untermischen. Den Behälter zurück in den Gefrierschrank stellen und jede Stunde einmal umrühren. Es dauert etwa 4 Stunden, bis das Eis fertig ist. Die fertig gefrorene Eiscreme bis zum Servieren im Kühlschrank aufbewahren.

*Baumnadeln vorbereiten

Die Nadeln von Tannen, Fichten und Pinien sind unter Umständen sehr scharf, also muss man beim Kochen aufpassen, sich die Finger nicht daran zu verletzen. Man braucht eine große, scharfe Schere und eine große Schüssel: Ein paar der längeren Zweige vom Baum schneiden. Diese unter fließendem kaltem Wasser abspülen, um Reste von Schlamm und Dreck zu entfernen. Eventuell sind ein paar Tropfen getrocknetes Harz zu sehen, dieses ist jedoch genießbar, ebenso wie die getrockneten Knospen, die man manchmal an den Zweigspitzen findet. Dann nacheinander jeden Zweig kopfüber in die Schüssel halten, sodass die Nadeln ein Chevron-Muster ergeben. Diese dann mit der Schere von unten her abschneiden, sodass sie direkt in die Schüssel fallen. Ich wasche die abgeschnittenen Nadeln vor der Verwendung dann in der Regel noch einmal.


Julia Georgallis
“How To Eat Your Christmas Tree” ­– Die besten Rezepte mit Kiefer, Tanne & Co.
Kochbuch, Hardcover mit Prägung, 144 Seiten 18,00 [D] · 18,90 [A] ISBN 978-3-7472-0292-0
© ars vivendi verlag GmbH & Co. KG

Fotocredits: ©Lizzie Mayson

Unsere Magazine

LUNA NR. 89

Ganz schön cool!

Kuschelige Winterstyles, sportliche Pistenoutfits, lässiger Brit-Chic & die Trends für's Frühjahr

Zum Jahresabo
Blick ins Heft

LUNA MUM NR. 47

GET THE GLOW

Glamour-Styles, Trendlooks in Signalblau, fluffige Jacken & Mäntel für kalte Tage

Zum Jahresabo
Blick ins Heft